Markus Lüpertz wird 85: Ein Naumburger Meister der Moderne
Markus Lüpertz wird 85: Naumburger Meister

Markus Lüpertz misst sich nur mit den Größten. Mehr als einmal sprach er von seiner eigenen Genialität. Maler wie Monet, Goya, Picasso, Da Vinci oder Michelangelo seien sein Maßstab, sagte der Düsseldorfer Künstler. Er betrachtet sich selbst als Teil einer kunsthistorischen Ahnenreihe: „Ich hoffe, dass, wenn über diese Zeit geredet wird, auch über mich geredet wird.“

Kunst mit Geheimnis

Entsprechend selbstbewusst tritt er öffentlich auf. Der Künstler mit dem gepflegten grauen Spitzbart trägt gern maßgeschneiderte Anzüge. Einstecktücher, goldene Krawattennadeln, auffällige Fingerringe und Gehstöcke mit kunstvoll verzierten Knäufen komplettieren sein Outfit. Sein Auftreten brachte ihm den Titel „Malerfürst“ ein, den er aber selbst ablehnt.

Lüpertz, der an diesem Sonnabend 85 Jahre alt wird, kam 1941 im böhmischen Reichenberg (heute Liberec) zur Welt, 1948 siedelte seine Familie ins niederrheinische Rheydt um. Er besuchte die Werkkunstschule Krefeld, 1961 wurde er an der Düsseldorfer Kunstakademie angenommen, bekam 1974 eine Professur an der Kunstakademie Karlsruhe und kehrte 25 Jahre nach seinem Rausschmiss als Professor nach Düsseldorf zurück. Ab 1988 war er dort 20 Jahre lang Rektor.

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Dithyrambische Malerei

Lüpertz setzt der abstrakten Malerei eine „dithyrambische“ Malerei entgegen. Mit dem Begriff spielt er auf die ekstatischen Chorgesänge zu Ehren des griechischen Gottes des Rausches, Dionysos, in der Antike an. „Das ist das Geheimnis von Malerei“, sagte er: „Dass sie immer ein Mysterium bleiben muss, dass sie die Phantasie des Betrachters nicht ausschaltet.“

Fenster für den Dom

Lüpertz dehnt seine künstlerische Arbeit weit über die Grenzen der Leinwand und der Skulptur aus. In den vergangenen Jahren machte der zum Katholizismus konvertierte Künstler vor allem durch seine Kirchenfenster Schlagzeilen. Er entwarf Fenster für die Kölner Dominikanerkirche Sankt Andreas, die Lübecker Marienkirche, die Evangelische Marienkirche in Lippstadt – und zuletzt für den Naumburger Dom.

Vier Fenster im Ostchor des Naumburger Doms soll er gestalten. Bis Ende dieses Jahres sollen die Fenster eingesetzt sein, hieß es zur Präsentation des Projektes vor einem Jahr, zu der Markus Lüpertz selbst nach Naumburg gereist war. Ein künftiger Naumburger Meister.

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