Wittenburg und Teile von Wittendörp haben ab dem 1. Mai 2026 einen neuen Bezirksschornsteinfegermeister. Reneé Ketelhöhn, von seinen Freunden und Bekannten auch gerne „Schorni“ genannt, ist künftig für die hoheitlichen Aufgaben im Kehrbezirk LUP 11 zuständig. Zu diesen zählen unter anderem die Genehmigung und regelmäßige Überprüfung von Feuerstätten, also Heizungsanlagen und Öfen, und die Kontrolle der Kehrpflicht.
Hoheitliche Aufgaben des Bezirksschornsteinfegers
„Es gibt zu allen Feuerstätten einen Bescheid, in dem festgelegt ist, wie oft sie kontrolliert und gereinigt werden müssen. Zu meinen Aufgaben gehört auch, auf die Einhaltung dieser Vorgaben zu achten“, erläutert Ketelhöhn. In den meisten Fällen übernimmt er auch die Kehrarbeiten, allerdings können die Hauseigentümer diese theoretisch auch von anderen Schornsteinfegern erledigen lassen.
„Wenn Sie zum Beispiel einen Schornsteinfeger im Verwandten- oder Bekanntenkreis haben, wollen Sie vielleicht lieber den beauftragen“, erklärt Ketelhöhn die Möglichkeiten. „Die hoheitlichen Aufgaben darf allerdings nur der vom Landkreis bestellte Bezirksschornsteinfeger durchführen“, sagt der 35-Jährige. Er kann mit dieser Regelung gut leben, denn vor allem im ländlichen Bereich hat man als Schornsteinfeger viel zu tun.
„Hier gibt es zusätzlich zu den Heizungsanlagen noch viele Öfen in den Häusern“, berichtet er. Schornsteinfeger ist sein absoluter Traumberuf, aber nach der Schule hat er sich zunächst für die Altenpflege entschieden. „Das hat mir auch viel Freude gemacht, aber letztendlich hat mein Rücken mir einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erzählt er. Dennoch möchte er die Zeit nicht missen. „Da habe ich unglaublich viel über den Umgang mit Menschen gelernt“, erinnert sich Ketelhöhn.
Der Kehrbezirk LUP 11
Albertinenhof, Bennin, Boddin, Döbbersen, Dreilützow, Harst, Helm, Kloddram, Klein Bengersdorf, Klein Wohlde, Lehsen, Perdöhl, Püttelkow, Wittenburg, Waschow, Woez, Wölzow, Wulfsahl, Wulfskuhl und Zühr.
Die Ausbildung zum Schornsteinfeger hat Ketelhöhn in Dömitz und Lübtheen absolviert, danach war er als Geselle in Ludwigslust. „Ich habe dann meinen Meister gemacht und im Oktober die Prüfung abgelegt“, berichtet der geborene Wöbbeliner. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwei Wege, die zum Meister führen. „Man kann die Meisterschule in Teilzeit parallel zum Arbeiten besuchen, das dauert dann normalerweise 2,5 Jahre“, erläutert Ketelhöhn.
In seinem Fall kam die Corona-Pandemie dazwischen, sodass es ein Jahr länger dauerte, den Meister zu machen. „Man kann den Meister auch in Vollzeit machen, aber ich habe mich für die Teilzeit-Variante entschieden“, berichtet der aktive Feuerwehrmann.
„Ich bin eben Brandschützer, beruflich und in meiner Freizeit“, sagt Ketelhöhn schulterzuckend und verrät noch, was ihm an seinem Beruf am allerbesten gefällt. „Vom Dach aus beobachten zu können, wie die Sonne auf- oder untergeht. Das macht mich einfach glücklich und zufrieden.“



