Washington – Ein Soldat der amerikanischen Spezialkräfte ist festgenommen worden. Der Vorwurf: Er soll geheime Informationen über einen Einsatz gegen Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro genutzt haben, um damit auf den Ausgang der Operation zu wetten – und so mehr als 400.000 Dollar verdient haben. Das berichtet CNN unter Berufung auf die Anklage.
Wetten mit Insiderwissen
Nach Angaben der Ermittler setzte der Soldat rund 32.000 Dollar darauf, dass Maduro bis Januar nicht mehr im Amt sein würde – eigentlich eine Wette mit geringen Erfolgsaussichten. Zwischen dem 27. Dezember und dem 2. Januar soll er insgesamt 13 Wetten platziert haben, teils nur Stunden vor dem nächtlichen Zugriff auf Maduro. Als die Operation begann und öffentlich wurde, stiegen die Werte der Wetten sprunghaft an. Aus dem Einsatz wurden laut Anklage mehr als 400.000 Dollar Gewinn.
Verschleierung der Herkunft
Die Ermittler werfen dem Soldaten vor, das Geld zunächst in eine ausländische Kryptowährungs-Wallet verschoben und später auf ein Online-Brokerage-Konto eingezahlt zu haben, um die Herkunft zu verschleiern. Die Justiz spricht von einem schweren Vertrauensbruch.
Schwerer Vertrauensbruch
„Diejenigen, denen die Sicherung unserer Staatsgeheimnisse anvertraut ist, haben die Pflicht, sie zu schützen – und nicht, diese Informationen für persönlichen finanziellen Gewinn zu nutzen“, sagte Jay Clayton, Bundesstaatsanwalt für den südlichen Bezirk von New York. Der Soldat war nach Behördenangaben in Planung und Durchführung der Operation eingebunden, bei der Maduro Anfang Januar festgenommen wurde.
Erster Fall dieser Art
Der Fall gilt als hochbrisant: Es ist die erste bekannte Strafverfolgung wegen Insiderhandels auf einer Plattform, auf der Nutzer auf reale politische Ereignisse wetten. Maduro war Anfang Januar von Truppen der U.S. Army in der Hauptstadt Caracas festgenommen und nach New York ausgeflogen worden. Dort ist er unter anderem wegen des Vorwurfs des „Drogenterrorismus“ angeklagt.



