Die Tornado-Gefahr in den USA spitzt sich weiter zu. Über den südlichen Ebenen der USA, den sogenannten Southern Plains, brauen sich erneut schwere Gewitter zusammen. Betroffen sind vor allem Oklahoma, Nordtexas und Arkansas. Erst am Donnerstag hatte ein gewaltiger Tornado eine Schneise der Verwüstung durch die südliche Region gerissen. Im Berufsverkehr traf es die Stadt Enid in Oklahoma, die mitten in der sogenannten Tornado Alley liegt. In dieser Zone kommt es regelmäßig zu dem gefährlichen Wetterphänomen.
Verwüstung in Enid: 40 Häuser zerstört
Die Windhose fegte mit brutaler Wucht durch Straßen und Wohnviertel. Viele Menschen flüchteten in Schutzkammern. Rund 40 Häuser wurden beschädigt oder komplett zerstört. Auch die Vance Air Force Base wurde getroffen. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Nach dem Tornado in Enid zeigt sich ein Bild der Zerstörung: Ein völlig zerstörter SUV der Polizei zeugt von der Gewalt des Sturms.
Neue Superzellen ziehen auf
Und die nächste Gefahr rollt schon an. Meteorologen warnen vor neuen Superzellen. Eine Superzelle ist ein besonders starkes Gewitter mit rotierendem Aufwind. Solche Unwetter bringen regelmäßig Tornados, Hagel und orkanartige Sturmböen mit sich. Für den heutigen Samstag erwartet der US-Wetterdienst National Weather Service (NWS) in Teilen der südlichen Plains und dem Grenzgebiet von Arkansas, Louisiana und Texas schwere Gewitter. Es drohen heftiger Hagel und schwere Windschäden. Hagelkörner mit einem Durchmesser von mehr als 7,5 Zentimetern sind möglich – größer als ein Golfball.
Tornado-Gefahr am Nachmittag und Abend
Auch Tornados schließen die Experten bei so einer Wetterlage nicht aus. Am Nachmittag und Abend sollen sich schwere Gewitter entwickeln. Für den äußersten Süden Oklahomas, nördlich des Großraums Dallas/Fort Worth, könnten laut dem Storm Prediction Center (SPC) Superzellen mit heftigem Hagel auftreten. Am Nachmittag soll sich die Wetterlage dramatisch verschlechtern. Dann soll ein Starkwindband in niedriger Höhe zunehmen und die gefährlichen Windunterschiede verstärken, so die US-Behörde SPC. Diese starken Scherwinde direkt über dem Boden gelten als Treiber für Tornados.
Luftmassengrenze verstärkt die Gefahr
Zusätzlich verschärft eine Trennlinie zwischen unterschiedlichen Luftmassen die Lage: Dort prallen verschiedene Luftströmungen aufeinander. Genau an diesen Stellen kann die Luft besonders stark aufsteigen und rotieren. Trifft diese Mischung auf ausgeprägte Superzellen, können starke Tornados entstehen. Am frühen Sonntagabend sind in Teilen der zentralen Great Plains (Kansas, Nebraska, Teile von Oklahoma) und in den südlichen Great Plains vereinzelt schwere Gewitter und Stürme möglich. Auch dort besteht die Gefahr von einigen starken Tornados.



