Das Landesschiedsgericht der AfD Nordrhein-Westfalen hat das umstrittene Parteimitglied Alexander Eichwald ausgeschlossen. Dies bestätigte ein Parteisprecher am Samstag. Eichwald hatte Ende November mit einer Rede im Stil von Adolf Hitler bei der Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ (GD) in Gießen für einen Vorstandsposten kandidiert und damit bundesweit für Aufsehen gesorgt.
Entzug der Mitgliedsrechte bleibt bestehen
Mit der Entscheidung des Schiedsgerichts bleibt auch der bereits vom Landesvorstand beschlossene Entzug der Mitgliedsrechte von Eichwald bestehen. Der Sprecher betonte, dass Eichwald der Rechtsweg zum AfD-Bundesschiedsgericht offenstehe. Eichwald selbst war bei der Verhandlung nicht anwesend. Der zuständige AfD-Kreisverband Herford in Ostwestfalen hatte den Ausschluss beantragt und als Begründung schweres parteischädigendes Verhalten angeführt.
Chrupalla zeigte sich überzeugt von Ausschluss
Bereits kurz nach der umstrittenen Rede hatte sich der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla überzeugt gezeigt, dass Eichwald kein Mitglied der Partei bleiben werde. Die Parteiführung distanzierte sich deutlich von den Aussagen des Mannes, der in seinem Auftritt bewusst Parallelen zu Adolf Hitler gezogen hatte.
Eichwald veröffentlicht „Abrechnung“ per Video
Vor einigen Tagen meldete sich Eichwald mit einem halbstündigen Video auf YouTube zu Wort, das er als „Abrechnung“ mit der AfD bezeichnete. Darin trägt er erneut seinen blauen Smoking, den er schon bei seiner Rede im November trug. Eichwald schildert ausführlich seine Sicht auf die damalige Rede und den anschließenden Umgang der Partei mit ihm. Er rollt bewusst das R und kokettiert damit. „Ich würde immer wieder diese Rede halten“, sagt Eichwald. Er beteuert, authentisch zu sein und weiterhin Mitglied der AfD bleiben zu wollen.
Keine Satire-Aktion, betont Eichwald
Eine Satire-Aktion bestreitet Eichwald entschieden. Er sei von niemandem eingeschleust worden und habe „null Cent verdient“ für die Rede. Er wolle sich nicht als Opfer stilisieren, sondern die Wahrheit sagen. Das Video zeigt ihn in gewohnt provokanter Manier, während er die Partei scharf angreift. Die AfD-Führung hatte sich bereits mehrfach von Eichwald distanziert und ihn intern als „Hitler-Clown“ bezeichnet. Der Ausschluss ist ein weiterer Schritt im Umgang der Partei mit extremistischen Tendenzen in den eigenen Reihen.



