Ein geleaktes Pentagon-Dokument sorgt für diplomatische Spannungen zwischen den USA und Großbritannien. Darin droht Washington damit, die Unterstützung für britische Ansprüche auf die Falklandinseln zu überdenken, falls London die US-Militäroperationen gegen den Iran nicht stärker unterstützt. Die Enthüllung kommt nur wenige Tage vor dem geplanten Treffen von König Charles III. mit US-Präsident Donald Trump.
Pentagon-Mail enthüllt US-Druck auf Nato-Partner
In einer internen E-Mail des US-Verteidigungsministeriums werden mögliche Strafmaßnahmen gegen Nato-Mitglieder skizziert, die den USA Zugangs-, Stationierungs- und Überflugrechte für den Iran-Krieg verweigern. Diese Rechte seien „die absolute Basis für die Nato“, heißt es in dem Schreiben. Zu den Optionen zählt die Überprüfung der US-Haltung zum britischen Anspruch auf die Falklandinseln, die als „imperiale Besitztümer“ bezeichnet werden. Zudem sollen „schwierige“ Länder von wichtigen Nato-Positionen ausgeschlossen werden.
Britische Regierung reagiert verärgert
In London stieß die geleakte Korrespondenz auf scharfe Kritik. Ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer bekräftigte umgehend den britischen Anspruch auf die Falklandinseln. „Die Souveränität der Falklandinseln steht außer Frage. Die Bewohner haben sich 2013 mit überwältigender Mehrheit für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen“, erklärte der Sprecher. Die Regierung sei bereit, diesen Anspruch notfalls auch gegen äußeren Druck zu verteidigen.
Argentinien sieht Chance für Verhandlungen
Der mit Donald Trump verbündete argentinische Präsident Javier Milei reagierte umgehend und rief zu neuen bilateralen Verhandlungen über die Zukunft der Inseln auf. „Die Falklandinseln sind argentinisches Territorium, das 1833 unrechtmäßig besetzt wurde. Die USA sollten ihre Position überdenken und den Dialog fördern“, so Milei. Argentinien beansprucht die Inseln, die es „Islas Malvinas“ nennt, seit jeher.
Historischer Hintergrund des Falkland-Konflikts
Die Falklandinseln liegen rund 400 Kilometer vor der Küste Argentiniens und werden seit 1833 von Großbritannien kontrolliert. Die rund 3000 Bewohner sind überwiegend britischer Abstammung. Argentinien argumentiert, die Inseln seien ihm unrechtmäßig entzogen worden. Großbritannien stützt seinen Anspruch auf eine erste Besiedlung im Jahr 1765. 1982 eskalierte der Konflikt zu einem Krieg, als Argentinien die Inseln besetzte. Nach rund zwei Monaten endete der Kampf mit der Kapitulation Argentiniens. 649 argentinische und 255 britische Soldaten sowie drei Zivilisten kamen ums Leben.
König Charles III. reist in die USA
Die Enthüllung überschattet die bevorstehende Reise von König Charles III. in die USA, wo er unter anderem mit Präsident Trump zusammentreffen wird. Es wird erwartet, dass die Falklandfrage bei den Gesprächen eine Rolle spielen könnte. Das britische Königshaus hält sich bislang bedeckt zu den möglichen Inhalten des Treffens.
Die USA haben sich bisher nicht offiziell zu dem geleakten Dokument geäußert. Beobachter sehen in dem Vorgehen einen weiteren Versuch der Trump-Administration, Verbündete stärker in die eigenen militärischen Konflikte einzubinden. Der Streit um die Falklandinseln könnte damit zu einem neuen Prüfstein für die transatlantischen Beziehungen werden.



