Schweizer Plan zur Rettung von Buckelwal Timmy vorgelegt
Immer wieder gibt es neue Ideen, wie Buckelwal Timmy aus der Wismarer Bucht gerettet werden könnte. Jetzt schaltet sich sogar ein Nachbarland ein: Drei Schweizer haben Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) ihren Plan per Eilantrag vorgelegt. Laut der Schweizer Zeitung „Blick“ hat die Unternehmerin Nathalie von Arx (39) aus Chur den Plan zusammen mit zwei Experten ausgearbeitet. Sie ist selbstständig, führt eine Firma zur Rekrutierung von Fachkräften. „Durch meinen Job habe ich mit allen möglichen Menschen aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern zu tun“, sagte die 39-Jährige dem „Blick“.
Plan „innerhalb von 24 Stunden umsetzbar“
Ihren Plan, Timmy zu befreien, postete sie online. Daraufhin sei sie von zwei Personen kontaktiert worden, die Erfahrungen mit Großtierrettungen haben. Die beiden Experten wollen anonym bleiben. Gemeinsam hat das Trio dann das fertige Konzept ausgearbeitet. Dieses sei laut eigenen Aussagen innerhalb von 24 Stunden umsetzbar. Erste Phase der Rettung: Eine Plane soll von der Seite vorsichtig unter den Wal gezogen werden, so als Trage dienen. Die Plane wird dann mit einem Seilsystem versehen und an einem Stahlrohr befestigt. An diesen Rohren wiederum werden Ballons befestigt, die leichten Auftrieb geben sollen. Die Konstruktion wird schließlich von einem Boot gezogen. „Er muss aber schon mitschwimmen. Er wird nur sanft geschleppt und nicht gezogen“, erklärte von Arx.
So läuft Phase zwei
Die erste Phase kann nur im flachen Wasser umgesetzt werden. Wird das Wasser tiefer, greift Phase zwei. „Das Tragesystem wird dann komplett vom Tier gelöst und Bojen werden um den Wal aufgebaut“, erklärte die Unternehmerin weiter. An diesen Bojen werden Planen befestigt und beschwert. Diese sollen ein unkontrolliertes Abtauchen von Timmy verhindern. In dieser offenen Konstruktion soll Timmy selbstständig schwimmen. Währenddessen wird die Konstruktion ins offene Meer gezogen.
Ein Eilantrag beim zuständigen Verwaltungsgericht zur Umsetzung des Plans wurde allerdings abgewiesen. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (67) soll kontaktiert worden sein. Doch das Ministerium sieht ebenfalls derzeit von einer Anwendung des Schweizer Plans ab, da aktuell ein privater Rettungsversuch laufe. Dieser sah zunächst eine recht ähnliche Konstruktion vor. Der Wal sollte mit einer Konstruktion aus Pontons und einem Netz per Schlepper zurück ins offene Meer gebracht werden. Mittlerweile wurde dieser Plan aber wieder verworfen. Timmy soll – Stand jetzt – mit einer Schute zurück ins offene Meer gebracht werden. Eine Schute ist meist ein flacher Lastkahn ohne eigenen Antrieb, der zum Transport von Gütern auf Flüssen und Kanälen genutzt wird. Dieses Vorhaben muss aber erst noch vom Ministerium durchgewunken werden.



