Luftbetankung über MV: Vier Zonen für Kampfjets
Luftbetankung über MV: Vier Zonen für Kampfjets (01.05.2026)

Luftbetankung über Mecklenburg-Vorpommern: Tanken in der Luft bei Merle, Janin, Tina und Nele

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es gleich vier Zonen für die Luftbetankung von Militärflugzeugen. Das Bundesland bietet für das Spezialmanöver besondere Bedingungen. Die große Transportmaschine der Luftwaffe flog bei ihrem fast zweistündigen Einsatz Mitte April über Westmecklenburg in rund 6000 Metern Höhe immer die gleiche Route. Zeichnet man den Kurs des A400M nach, ergibt sich eine ovalförmige Form wie bei einer Radrennbahn. Die Flugroute des A400M ist charakteristisch für ein spezielles Manöver, das Luftwaffe und Nato-Verbündeten in Deutschland nur über wenigen Gebieten erlaubt ist: das Betanken von Flugzeugen in der Luft.

Vier feste Tankerrouten in Mecklenburg-Vorpommern

Bundesweit gibt es nur 16 speziell festgelegte Routen, in denen fliegende Tankstellen wie der A400M ihre Runden drehen und von Kampfjets angezapft werden dürfen. Vier solcher Luftbetankungs-Ovale liegen allein in Mecklenburg-Vorpommern: Im westlichen Landesteil verläuft über Teilen der Landkreise Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Rostock die fest definierte Tankerroute mit dem Codenamen „Merle“. Östlich davon liegen die Areale „Janin“ und „Tina“. Und ganz im Norden von MV, über der Insel Rügen, liegt der Tankorbit „Nele“.

Kurze Flugzeit zum Tanken

Dass in Mecklenburg-Vorpommern gleich vier Betankungszonen eingerichtet wurden, während die Militärmaschinen rund um Berlin und anderen Teilen Deutschlands keinen Luft-Tankstopp einlegen dürfen, liegt an einigen besonderen Bedingungen im Nordosten. Die Tankflugzeuge der Luftwaffe vom Typ A400M fliegen dort mehrmals die gleiche Route. Tina, Janin und die anderen Betankungsovale in Deutschland sind in der Regel innerhalb oder in unmittelbarer Nähe zu militärischen Übungslufträumen angelegt worden. „Durch diese Positionierung wird eine optimale Unterstützung des Übungsflugbetriebes der Luftstreitkräfte mit Großraumtankern gewährleistet“, erklärt das Verteidigungsministerium in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken im Bundestag. Mit anderen Worten: Die Wege zum nächsten Tankstopp sollen möglichst kurz gehalten werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

In Mecklenburg-Vorpommern liegt nach Angaben der Luftwaffe eine der größten Übungszonen für Militärflüge in Deutschland. Aufgrund der Ausmaße von 26.133 Quadratkilometern konnten deshalb im Nordosten „vier Luftbetankungsorbits etabliert werden“, teilt die Luftwaffe mit.

Bundeswehr verweist bei Tankflügen auf operative Sicherheit

Der Nordosten ist aber noch aus einem weiteren Grund für den Einsatz von Großraumtankern besser geeignet als etwa die Region Berlin. Der Luftraum über dem Bundesgebiet ist laut Verteidigungsministerium aufgrund des sehr dichten Netzes von Verkehrsflughäfen und „teilweise sehr hohem zivilem Flugverkehrsaufkommen eine knappe und begrenzte Ressource.“ Das gilt speziell für Regionen mit großen und passagierreichen Flughäfen wie Frankfurt am Main, München oder Berlin-Brandenburg. MV spielt im internationalen Flugverkehr hingegen kaum eine Rolle.

Die genaue Anzahl der Betankungsflüge von Luftwaffe und Nato-Verbündeten über Mecklenburg-Vorpommern wird geheim gehalten. „Eine detaillierte Auswertung wird aufgrund der operativen Sicherheit nicht aufgeschlüsselt“, antwortet die Luftwaffe auf eine Anfrage unserer Redaktion. Preisgegeben werden nur Gesamtzahlen: 1384 Betankungen in der Luft wurden demnach in Deutschland zwischen 2023 und 2025 durchgeführt. Die Tank-Treffs Merle, Tina, Janin und Nele in Mecklenburg-Vorpommern wurden dabei 84 Mal angeflogen. Zwischenfälle bei Luftbetankungen in Mecklenburg-Vorpommern seien nicht bekannt, teilte die Luftwaffe weiter mit.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration