Geplantes Gebäude mit untypischer Optik sorgt in Garmisch-Partenkirchen für Diskussionen
Geplantes Gebäude mit untypischer Optik sorgt für Diskussionen

In der bayerischen Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen sorgt ein geplantes Bauprojekt für Gesprächsstoff. Auf dem Areal an der Olympiastraße 27, westlich des Bahnhofs gelegen, soll ein Wohn- und Geschäftsgebäude entstehen. Der Investor und Projektentwickler Franz Hummel sowie seine FH-Holding GmbH, der das Gelände gehört, haben konkrete Pläne vorgelegt. Der Bauausschuss der Gemeinde hat sich kürzlich mit dem Vorhaben befasst und eine Entscheidung zur Optik des Gebäudes getroffen.

Geplante Nutzung: Wohnungen, Café und Sportgeschäft

Das Gebäude soll etwa 45 Wohneinheiten umfassen. Im Erdgeschoss ist im südwestlichen Bereich ein Café vorgesehen. Zudem soll dort Platz für ein Sportgeschäft geschaffen werden, wie Hummel auf Nachfrage erläuterte. Die rund 1000 Quadratmeter im östlichen Teil des Gebäudes sind als Mobilitätsfläche geplant. Hier soll ein Fahrradverleih untergebracht werden, sodass sich alles rund ums Rad dreht.

Bauausschuss entscheidet sich für Variante mit brauner Metallfassade

Markus Gehrle-Neff, stellvertretender Leiter des Bauamtes in Garmisch-Partenkirchen, erklärte, dass dem Projekt ein städtebaulicher Vertrag zugrunde liege, der drei Gestaltungsvarianten vorsieht. Der Bauausschuss habe sich für die Variante 1 entschieden. Diese sieht eine braune Metallfassade vor, während die Loggien mit Holz ausgekleidet sind. Im Erdgeschoss ist Gewerbefläche vorgesehen, darüber zwei Regelgeschosse für Wohnungen und auf dem Dach zwei weitere, deutlich kleinere Wohngeschosse – ein sogenanntes Laternengeschoss. Die anderen beiden Varianten, die Lochfassaden mit verputzten Flächen vorsahen, wurden abgelehnt. Gehrle-Neff zufolge war der Bauausschuss der Überzeugung, dass der erste Entwurf stimmiger, wertiger und bewusster gestaltet sei. Er fügte hinzu: Da merkt man, da steckt Liebe drin.

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Moderne Optik als Gesprächsthema in der Marktgemeinde

Die besondere Optik des Gebäudes sorgt in der Bevölkerung für Diskussionen. Auf Facebook tauschen sich Nutzer darüber aus, ob ein solcher Baustil in die Marktgemeinde passt. Gehrle-Neff räumte ein, dass das moderne Gebäude mit großem Innenhof nicht der typischen Gebäudetypologie des Ortes entspreche. Es habe kein Satteldach, sondern eine Dachterrasse, eine Metallfassade statt einer geputzten Fassade und einen zweigeschossigen Dachaufbau. Er ist jedoch überzeugt, dass es in das Areal passt, in dem sich auch der neue Zugspitzbahnhof aus schwerem Glas und die Eissporthalle mit Flachdach befinden. Es solle hier ein neuer Ortsteil mit eigenem Charakter entstehen, wobei auch der Tourismus eine Rolle spiele.

Weiteres Prozedere: Baugenehmigung noch ausstehend

Noch liegt für das Vorhaben keine Baugenehmigung vor. Der Investor möchte zunächst die Kürzung der Bahnunterführung an der Stelle mit der Bahn regeln, bevor der Bauantrag eingereicht wird. Die Entscheidung über die Baugenehmigung obliegt der zuständigen Unteren Bauaufsichtsbehörde. Hummel betonte, dass man im modern-alpinen Stil bauen wolle. Auch bei der Innenausstattung setze man auf Holz, um Wärme zu vermitteln, wie bei den Loggien. Das Atrium solle zudem begrünt werden. Anders als bei dem bekannten Gebäude der Zugspitzbahn mit seiner schwarzen Fassade werde man hier mit braunem Metall arbeiten, um eine gewisse Wärme und Lebendigkeit zu erzeugen. Die geplanten Wohnungen sollen nicht verkauft werden; der Investor bleibt Eigentümer des gesamten Objekts. Vorgesehen sind teils Miet- und teils Ferienwohnungen.

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