Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum 40-jährigen Bestehen der Emder Kunsthalle die beeindruckende Erfolgsgeschichte des Hauses gewürdigt und das außergewöhnliche Engagement des Gründerpaars Henri und Eske Nannen hervorgehoben. „Ich glaube, jeder, der sich hier von Bild zu Bild leiten lässt, wird tief beeindruckt sein von der außerordentlichen, wirklich außerordentlichen Qualität dieser Sammlung“, erklärte Steinmeier vor rund 500 Gästen bei einem Festakt in der ostfriesischen Seehafenstadt.
Besuch der Jubiläumsausstellung
Zuvor hatte der Bundespräsident gemeinsam mit seiner Frau Elke Büdenbender, Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und Kunsthallen-Gründerin Eske Nannen die Jubiläumsausstellung „Bilder, die wir lieben“ besucht. Diese Ausstellung bildet den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen des Museums.
Kunst für alle Regionen
In seiner Festrede erinnerte Steinmeier an die Vision des früheren „Stern“-Gründers Henri Nannen, der 1986 ein Museum für seine Kunstsammlung in seiner ostfriesischen Heimatstadt eröffnete, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Henri Nannen hat in seiner Jugend selbst erfahren, wie es ist, wenn man in einer ländlich geprägten Region aufwächst, sich nach Kunst sehnt und diese Kunst so weit weg ist“, sagte Steinmeier. „Kunst gehört auch in die Regionen außerhalb der Metropolen – das war seine tiefe innere Überzeugung.“
Das Engagement von Eske Nannen
Nach dem Tod von Henri Nannen im Jahr 1996 führte seine Frau Eske die Kunsthalle mit großer Hingabe weiter. „Eske Nannen hat sich mit einer bewundernswerten, scheinbar unerschöpflichen Energie, mit Herz und Verstand, für die Sammlung, für Ausstellungen, für dieses Haus, auch für seine bessere Zugänglichkeit und die notwendige Erweiterung engagiert“, betonte der Bundespräsident. „Ohne sie wäre das Haus nicht der große Erfolg, der es zweifellos ist.“
Bedeutung der Kunsthalle
Heute zählt die Emder Kunsthalle zu den angesehensten Kunstmuseen Norddeutschlands. Die Sammlungsschwerpunkte liegen auf Bildern der Neuen Sachlichkeit und des deutschen Expressionismus. Darüber hinaus bietet die Kunsthalle eine kreative Museumspädagogik und eine Malschule. In den vergangenen vier Jahrzehnten haben mehr als 2,5 Millionen Gäste die rund 180 Sonderausstellungen besucht, was die enorme Strahlkraft des Hauses unterstreicht.



