Washington – Die USA haben eine neue Initiative namens „Projekt Freiheit“ angekündigt, um Schiffen zu helfen, die aufgrund der Blockade der Straße von Hormus feststecken. US-Präsident Donald Trump drohte auf seiner Plattform Truth Social mit Härte gegen etwaige Behinderungen dieser Initiative, die am Vormittag (Ortszeit Nahost) beginnen sollte. Viele Details zum Ablauf ließ Trump jedoch offen. Der Iran warnte die USA umgehend vor Aktionen in der strategisch wichtigen Meerenge.
Hintergrund der Krise
Vor dem Iran-Krieg transportierten Tanker etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases durch die Straße von Hormus. Der Iran kontrolliert die Meerenge seit Kriegsbeginn und hat den Schiffsverkehr durch Drohungen und Angriffe praktisch zum Erliegen gebracht. Die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Derzeit gilt eine Waffenruhe, aber diplomatische Bemühungen blieben bislang ohne Durchbruch.
Trumps Begründung
Trump erklärte, Länder aus aller Welt hätten die USA um Hilfe gebeten, ihre Schiffe zu befreien. Die USA hätten zugesichert, „dass wir ihre Schiffe sicher aus diesen blockierten Wasserstraßen herausführen werden“, damit sie ihre Geschäfte unbehindert fortführen könnten. Es handle sich um Schiffe aus Regionen, die nicht in den Krieg verwickelt seien. „Sie sind lediglich neutrale und unschuldige Dritte!“ Trump sprach von einer „humanitären Geste“, da vielen Schiffen Lebensmittel und andere Güter für gesunde und hygienische Zustände an Bord ausgingen.
Details des Projekts Freiheit
Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte auf X mit, dass US-Streitkräfte Trumps Initiative unterstützen würden. Konkret sollen Lenkwaffenzerstörer, mehr als 100 Fluggeräte, unbemannte Plattformen sowie 15.000 Soldaten das Projekt unterstützen. Die genauen Aufgaben wurden nicht erläutert. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf zwei hochrangige US-Beamte, dass es sich um die Einrichtung einer Koordinierungsstelle zur Regelung des Schiffsverkehrs handele. Aktuell sei nicht geplant, dass Kriegsschiffe Schiffe durch die Meerenge eskortieren. Vielmehr solle das Projekt Minen orten und diese Informationen an Schiffe weitergeben, damit sie Gefahren umgehen können. Auch sicherste Routen sollen ermittelt werden.
Iranische Reaktion
Der Iran wies jede Einmischung der USA in der Meerenge zurück. Eine solche werde als Verstoß gegen die Waffenruhe betrachtet, schrieb der Leiter der Sicherheitskommission im Parlament, Ebrahim Azizi, auf X. Die Straße von Hormus und der Persische Golf würden nicht durch „Trumps wahnhafte Beiträge gesteuert“. Trump äußerte sich in seinem Post auch zu den Verhandlungen: „Ich bin mir voll und ganz bewusst, dass meine Vertreter sehr positive Gespräche mit dem Iran führen und dass diese Gespräche zu etwas sehr Positivem für alle führen könnten.“ Doch weniger als 24 Stunden zuvor hatte er sich skeptisch geäußert. Der Iran hatte jüngst einen neuen Vorschlag übermittelt. Trump kündigte Prüfung an, meinte aber, er könne sich nicht vorstellen, dass der Vorschlag akzeptabel sei. Zugleich warnte er vor der Möglichkeit, den Iran wieder anzugreifen, sollte sich die Führung falsch verhalten.
Aktuelle Angriffe
Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) meldete am Sonntag erneut Angriffe auf Schiffe in der Meerenge. Der Kapitän eines Massengutfrachters habe einen Angriff mehrerer kleiner Boote gemeldet, elf Seemeilen westlich von Sirik. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, ein Schiff sei auf Anordnung der iranischen Marine gestoppt worden, um Dokumente zu prüfen. Von einem Angriff war nicht die Rede. Später teilte UKMTO mit, ein weiteres Schiff sei von „unbekannten Projektilen“ getroffen worden, rund 145 Kilometer nördlich von Fudschaira. Bei beiden Vorfällen seien die Besatzungen in Sicherheit und es seien keine Umweltauswirkungen gemeldet worden.
Der Iran prüft derzeit die US-Antwort auf seinen Vorschlag, wie Außenamtssprecher Ismail Baghai mitteilte. Der iranische 14-Punkte-Plan für ein Kriegsende spare das nukleare Thema aus, so Baghai. Irans Atomprogramm ist seit langem ein zentraler Streitpunkt mit den USA. Teheran möchte dieses Thema erst später angehen.



