Das US-Finanzministerium hat eine vorübergehende Generallizenz für iranische Ölprodukte erteilt. Diese erlaubt die Produktion, Lieferung und den Verkauf von Rohöl, petrochemischen Produkten und Erdölprodukten iranischen Ursprungs bis zum 21. August, wie das Ministerium mitteilte. Auch der Import dieser Produkte in die USA ist gestattet. Die Genehmigung folgt der Absichtserklärung, die vergangene Woche von beiden Regierungen unterzeichnet wurde. Sie umfasst auch damit verbundene Dienstleistungen wie Bankgeschäfte, Versicherungen und Transporte. Transaktionen mit Nordkorea oder Kuba sind von der Lizenz ausgeschlossen.
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus belebt sich leicht
Nach einer Flaute am Sonntag hat sich der Verkehr von Öltankern durch die Straße von Hormus leicht belebt. Zwei Rohöltanker mit knapp zwei Millionen Barrel Öl an Bord durchfuhren die Meerenge, wie aus Daten von Schiffsverfolgungsdiensten hervorgeht. Zudem fuhren zwei Supertanker, die zusammen bis zu vier Millionen Barrel Rohöl transportieren können, durch die Meerenge in den Golf. Eines der Schiffe gab den irakischen Hafen Basra als Ziel an. Der Verkehr macht jedoch nur einen Bruchteil der durchschnittlich 125 Schiffspassagen pro Tag vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar aus. Der Iran hatte die Passage als Reaktion darauf blockiert.
Vance: Iran-Gespräche schaffen Grundlage für Abkommen
US-Vizepräsident JD Vance hat die Gespräche mit dem Iran als gute Grundlage für ein erfolgreiches Abkommen zur Beendigung des Krieges bezeichnet. „Wir haben das Haus noch nicht gebaut, aber wir haben ein erfolgreiches Fundament geschaffen, um für das amerikanische Volk ein gutes Ergebnis zu erzielen“, sagte Vance am Montag. Er und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Kalibaf beendeten eine erste Gesprächsrunde. Vance deutete an, dass die US-Regierung der Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte zustimmen könnte, sofern die Mittel für den Kauf von amerikanischem Soja, Mais und Weizen verwendet würden. Der US-Unterhändler Jared Kushner habe diese Idee gemeinsam mit Vertretern aus Katar entwickelt. Katar würde dabei ein Mitspracherecht haben.
In den Verhandlungen hat der Iran nach Vances Worten zugestimmt, wieder Atominspektionen zuzulassen. Die Regierung in Teheran habe zudem eingewilligt, Mechanismen für die Verwaltung eingefrorener Vermögenswerte und die Einhaltung von Waffenruhen zu schaffen. Vance nannte auch einen Mechanismus, um die Straße von Hormus offen zu halten. Die technischen Gespräche sollen in den kommenden Tagen und Wochen fortgesetzt werden. Die Verhandlungen über die Atominspektionen könnten bereits in dieser Woche beginnen.
Libanons Präsident berät mit Vance über Waffenruhe
Libanons Präsident Joseph Aoun hat mit US-Vizepräsident JD Vance über die Aufrechterhaltung der brüchigen Waffenruhe beraten. An dem Telefonat nahmen auch der US-Gesandte Jared Kushner und der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani teil, teilte das libanesische Präsidialamt mit. Eine Feuerpause zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und Israel ist zentral für einen Friedensschluss. Am Wochenende kam es trotz der offiziellen Waffenruhe wieder zu Gefechten. Katar vermittelt in dem Konflikt.
Irans Außenminister sieht „wesentliche Fortschritte“
Nach einem holprigen Start wollen Unterhändler aus den USA und dem Iran ihre Verhandlungen für ein dauerhaftes Kriegsende fortsetzen. Die Vermittler Katar und Pakistan würdigten „ermutigende Fortschritte“ bei den Gesprächen in der Schweiz. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte auf X, es seien wesentliche Fortschritte erzielt worden. Zuvor hatten Pakistan, Katar und der Iran das Ende der ersten Runde hochrangiger Gespräche bestätigt.
Iranische Rohölexporte über die Straße von Hormus steigen
Der Iran hat die Menge an Rohöl, die offen durch die Straße von Hormus transportiert wird, auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn erhöht. Rund sechs Millionen Barrel iranisches Rohöl befinden sich an Bord von drei Supertankern – „Elva“, „Virgo“ und „Vigor“ –, die am frühen Montag in die Meerenge einfuhren, wie Daten von Schiffsverfolgungsdiensten zeigen. Alle drei Schiffe geben an, dass sie in die Gewässer vor Singapur fahren. Die Supertanker sind Teil einer allgemeinen Zunahme des Verkehrs. Vor Ausbruch des Krieges Ende Februar floss etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases durch die schmale Wasserstraße.
Katar meldet Explosion bei Neustart von LNG-Anlage
Bei einem Zwischenfall während der Wiederinbetriebnahme des Industriekomplexes Ras Laffan ist es in Katar zu einer Explosion gekommen. Nach Angaben des Betreibers QatarEnergy trafen eine Explosion und ein Brand am Sonntag die lokale Gasversorgungsanlage Barzan. Das Innenministerium Katars teilte mit, dass 54 Menschen verletzt wurden, zudem werden 18 Personen vermisst. Das Gaswerk Barzan versorgt die heimische Industrie und die Stromerzeugung. Ob die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) beeinträchtigt wird, ist unklar. Katar, vor dem Krieg der zweitgrößte LNG-Exporteur der Welt, hatte die Produktion zu Beginn des Konflikts eingestellt.
Vermittler: Iran-Gespräche gehen auf Arbeitsebene weiter
Nach dem Auftakt der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz soll es unmittelbar weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein „finales Abkommen“ zu erreichen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Es werde Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben. Zudem sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse in der Straße von Hormus zu vermeiden. Ein Forum solle die Einhaltung der Waffenruhe im Libanon sichern. Die technischen Gespräche sollen im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock fortgesetzt werden.
Bei den Gesprächen gibt es nach iranischen Angaben gute Fortschritte. Unter anderem sei ein Mechanismus für die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus vereinbart worden, teilt das Außenministerium in Teheran mit. Die Arbeit der Verhandlungsdelegation sei nach 18 Stunden abgeschlossen, die technischen Teams setzten ihre Arbeit jedoch fort. Die Vermittler würden ein Dokument mit den vereinbarten Eckpunkten veröffentlichen. Damit sei der Grundstein für Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen gelegt.
Schiffsverkehr in Straße von Hormus bricht nach Blockade-Erklärung ein
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist Schifffahrtsdaten zufolge nach der erneuten Blockade-Erklärung des Iran drastisch eingebrochen. Lediglich fünf Schiffe durchquerten die Meerenge am Sonntag, verglichen mit 26 am Vortag, wie aus Daten von Kpler hervorgeht. Das US-Militär teilt hingegen mit, dass weiterhin Handelsschiffe in dem Gebiet verkehren.
Protest der iranischen Delegation nach Trump-Drohungen
Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat die iranische Delegation in Bürgenstock Protest gegen die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump eingelegt. Laut Tasnim gelten Drohungen im Rahmen des Abkommens als Verstoß, der Teheran zu einer Reaktion berechtigt. Kurz darauf berichtete die iranische Nachrichtenagentur Isna, das Treffen sei für interne Beratungen unterbrochen worden.
Die US-Regierung hat die Angaben des iranischen Militärs zu einer erneuten Blockade der Straße von Hormus als falsch zurückgewiesen. In den vergangenen 24 Stunden hätten 67 Schiffe die Meerenge passiert, sagte Energieminister Chris Wright dem Sender Fox News. Was den Transport von Öl und Ölprodukten angeht, entspreche dies in etwa dem Verkehrsaufkommen vor Kriegsbeginn. Wright räumte ein, manche Reeder hätten immer noch Bedenken. Der Iran habe Minen noch nicht geräumt. Die USA hätten jedoch eine Route im Süden geöffnet und eskortierten Schiffe.
US-Präsident Donald Trump verlangt vom Iran, seine Stellvertreter im Libanon davon abzuhalten, weiter Probleme zu bereiten. Damit dürfte die Hisbollah-Miliz gemeint sein. Sollte der Iran das nicht tun, würden die USA das Land erneut angreifen, droht Trump. Die iranische Delegation machte den Ausgang der Beratungen vor allem davon abhängig, ob Israel die Angriffe im Libanon einstellt.
US-Vizepräsident JD Vance sagte nach der ersten Verhandlungsrunde: „Wir wollen den Nahen Osten transformieren. Der Iran war bisher ein Treiber der regionalen Instabilität. Jetzt sehen wir die Chance auf Frieden und Wohlstand. Die Benzinpreise in den USA sinken bereits und Öl und Gas fließen langsam wieder.“ Auf die Frage nach den israelischen Angriffen im Libanon sagte Vance, auch dort gebe es Fortschritte.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian zeigte sich bereit, den USA schriftlich zu garantieren, dass der Iran kein Atomwaffenprogramm verfolgen werde. „Falls notwendig, können wir schriftlich festhalten, dass wir nicht beabsichtigen, eine Atombombe zu bauen“, sagte er. Ob eine solche Zusicherung Teil der Gespräche sein wird, ließ er offen. Peseschkian verwies darauf, dass der frühere oberste Führer Ali Chamenei die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen abgelehnt habe.
Die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah sind zu Beginn der Verhandlungen offenbar gestoppt worden. Anwohner im Südlibanon berichteten von einer Pause bei den israelischen Angriffen. Das israelische Militär teilte mit, es handle ausschließlich defensiv. Noch am Freitag und Samstag hatten sich Israel und die Hisbollah heftig beschossen. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete mehr als 50 Tote bei israelischen Angriffen seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens.
Die beiden Delegationen verhandeln nach Angaben der Vermittler aus Katar nun direkt miteinander. Katar und Pakistan haben hochrangige Militärs und Regierungsvertreter entsandt. Die israelischen Truppen werden Verteidigungsminister Israel Katz zufolge in den besetzten Gebieten im Südlibanon bleiben. „Israel wird sich nicht aus der Sicherheitszone im Libanon zurückziehen“, erklärte Katz. Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA sollen nach Angaben aus Teheran nur einen Tag dauern. Neben den politischen Gesprächen sind auch Arbeitsrunden auf Expertenebene geplant.
Nach der Ankunft von US-Vizepräsident JD Vance am Verhandlungsort Bürgenstock gibt es öffentlich keinen klaren Zeitplan. Kurz vor Beginn der Gespräche bleibt die Straße von Hormus nach iranischen Medienberichten weiter gesperrt. Die Marine der Revolutionsgarden habe bislang keine Durchfahrtsgenehmigungen erteilt. Das US-Militär hatte dagegen mitgeteilt, dass weiterhin Handelsschiffe unterwegs seien. Sowohl die US-Delegation um Vance als auch die pakistanischen Vertreter um Ministerpräsident Shehbaz Sharif sind in der Schweiz eingetroffen.
Bei erneuten israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach offiziellen Angaben mindestens sieben Menschen getötet worden. Bei einem Angriff in der Bekaa-Ebene wurden fünf Menschen getötet, darunter ein Kind. In der Nähe von Tyrus kamen zwei Palästinenser ums Leben. Israels Armee äußerte sich zunächst nicht. US-Vizepräsident JD Vance ist für Verhandlungen mit dem Iran in die Schweiz aufgebrochen. „Ich denke, wir werden hoffentlich Fortschritte in der Atomfrage erzielen und auch in der Frage der Waffenruhe im Libanon vorankommen“, sagte er vor dem Abflug.



