Die Bremer CDU hat auf ihrem Landesparteitag die Fraktionsvorsitzende Wiebke Winter mit rund 92 Prozent der abgegebenen Stimmen zur Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl im Frühjahr 2027 gekürt. Sollte die CDU die Wahl gewinnen, wäre Winter die erste Frau im Amt des Bremer Ministerpräsidenten. Bislang wurde das Amt stets von Männern bekleidet.
Winter ruft zum Aufbruch auf
In ihrer Rede vor den Delegierten rief die 30-jährige Juristin ihre Partei zu mehr Mut auf. „Ich stehe hier, weil ich in Bremen zu oft erlebt habe, dass der Mut fehlte, um loszugehen“, sagte Winter. Sie verwies auf die prekäre Lage des Stadtstaates: Bremen habe die bundesweit höchste Armutsquote, die höchste Arbeitslosenquote und belege den letzten Platz in den Bildungsrankings. „Ich will das nicht länger hinnehmen“, betonte die CDU-Politikerin.
Winters politische Schwerpunkte
Winter kündigte an, sich für mehr Sicherheit, eine konsequente Digitalisierung, weniger Bürokratie und eine verlässliche Kinderbetreuung einzusetzen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss sie kategorisch aus. Die promovierte Juristin, die in Kiel geboren und in Bremen aufgewachsen ist, gehört seit 2021 dem CDU-Bundesvorstand an und ist Mitgründerin der Klimaunion. Seit drei Jahren ist sie Abgeordnete der Bremer Bürgerschaft, seit einem Jahr Fraktionsvorsitzende.
Sensation wäre ein Wahlsieg
Ein Wahlsieg der CDU wäre eine Sensation, denn seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs stellt die SPD den Bürgermeister in Bremen. Derzeit regiert eine rot-grün-rote Koalition unter Andreas Bovenschulte (SPD). Allerdings lag die CDU in einer Umfrage von Infratest dimap für den „Weser-Kurier“ im März knapp vor den Sozialdemokraten. Winter könnte somit historische Veränderungen im kleinsten Bundesland einleiten.



