Klopp in der Klemme: RB-Rolle kollidiert mit UEFA- und DFL-Regeln
Klopp in der Klemme: RB-Rolle kollidiert mit Regeln

Jürgen Klopp (59) ist während der WM allgegenwärtig. In Berlin-Kreuzberg prangt ein riesiges Wandgemälde von ihm – Werbung für US-Bier. Als TV-Experte bei Magenta sorgt er für quotenstarke Momente, etwa mit seinem Fauxpas über Julian Nagelsmann („Julian Nagelsmann stellt die Mannschaft auf – noch“). Zusammen mit Thomas Müller amüsiert er das Publikum, wie Rudi Völler treffend bemerkt: „Ihr seid für die Komik zuständig.“

Klopps dritter Job: Trainer-Killer in Leipzig

Weniger lustig ist Klopps Rolle als „Global Head of Soccer“ des RB-Konzerns. Er ließ Ole Werner, der alle Saisonziele erreicht hatte, gegen Martin Demichelis austauschen. Die Erklärung für den scheinbar sinnfreien Wechsel fiel selbst dem wortgewandten Klopp schwer. Er sei ja nur „beratend“ tätig im Rauswurf-Business. Warum macht Klopp seine Rolle plötzlich so klein? Der Hintergrund: Der Klub muss aufpassen, nicht mit der 50+1-Regel und dem UEFA-Recht zu kollidieren.

UEFA-Regeln und 50+1: Die Fallstricke

Das Champions-League-Reglement der UEFA verbietet eine Doppelrolle oder entscheidenden Einfluss auf zwei oder mehr Vereine im gleichen Wettbewerb. Der Red-Bull-Konzern hat mit Leipzig und Salzburg Topvereine, auch wenn die Österreicher 2026/27 nur in der Europa League spielen dürfen. Zudem will die DFL mit der umstrittenen Investorensperre 50+1 verhindern, dass Anteilseigner selbst Spieler oder Trainer holen. Ein bisschen beraten lassen darf man sich aber.

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Lothar Matthäus spricht es aus: „Klopp ist der Alleinherrscher.“ Doch genau diese Machtfülle birgt Risiken. Klopp muss nun vorsichtig agieren, um nicht gegen die Regularien zu verstoßen.

Vom Helden zum Werbeträger

Viele Deutsche waren lange stolz auf „Kloppo“. Zu Recht wurde er gefeiert als der Mann, der mehr für das deutsch-englische Verhältnis geleistet habe als jeder Nachkriegspolitiker. Doch nun hat Harry Kane ihn auf der deutsch-englischen Helden-Position abgelöst. In der Bundesliga ein Torgigant und gleichzeitig ein britisch bescheidener Sympathieträger. Wer ihn als England-Kapitän bei der WM erlebt, fragt sich: Was hat die Bundesliga für ein Glück, Kane zu haben?

Falls Deutschland bei der WM rausfliegt, ist der Autor für Harry und England. Das würde er auch Klopp persönlich sagen – wenn er wieder an dessen Plakat vorbeifährt.

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