Unklare Lage um Mitch McConnell
Seit fast vier Wochen liegt der 84-jährige republikanische Senator Mitch McConnell im Krankenhaus. Am 14. Juni 2026 wurde er eingeliefert, seither gibt es kaum offizielle Informationen über seinen Gesundheitszustand. Sein Büro hält sich bedeckt und teilt lediglich mit, der Senator erhalte eine „ausgezeichnete Versorgung“. Am Dienstag erklärte ein Sprecher auf Anfrage, McConnell sei „dankbar für die große Welle der Unterstützung, die ihm während seiner weiteren Genesung im Krankenhaus zuteilwird“.
Gerüchte und Dementis
Die rechte Politaktivistin Laura Loomer, die Präsident Donald Trump nahesteht, heizte die Spekulationen an. Sie schrieb am Montag bei X, sie habe aus dem Weißen Haus erfahren, dass McConnell „hirntot“ sei. „Er kommt nicht zurück“, zitierte sie eine anonyme Quelle. Der Publizist und frühere McConnell-Berater Scott Jennings widersprach umgehend. Er habe mit dem Senator fast 20 Minuten gesprochen und aktuelle politische Themen diskutiert, darunter Iran, die Ukraine und die Lage in Maine. „Ich habe ihm gesagt, dass wir ihn so schnell wie möglich wieder bei der Arbeit sehen wollen“, fügte Jennings hinzu.
Stimmen aus der Partei
Die „Washington Post“ zitiert zwei weitere republikanische Senatoren, die in dieser Woche mit McConnell telefoniert haben: John Thune und John Barrasso. Letzterer ließ mitteilen, McConnell sei bei dem Gespräch „voll und ganz bei der Sache“ gewesen und freue sich darauf, in den Senat zurückzukehren. Senator Mike Lee erklärte bei X hingegen: „Viele von uns äußern sich nicht zu Mitch McConnells Gesundheitszustand, weil wir nichts über seinen Zustand wissen.“ Er reagierte damit auf die Behauptung einer konservativen Influencerin, Senatoren würden bei einer Vertuschungsaktion unter einer Decke stecken.
McConnells politische Karriere
McConnell zählt seit Jahrzehnten zu den einflussreichsten Republikanern im Kongress. Der Politiker aus Kentucky gehört dem Senat seit 1985 an. Von 2007 bis 2015 war er Minderheitsführer seiner Partei, von 2015 bis 2021 erreichte er sein Karriereziel und wurde Mehrheitsführer. Nach Trumps erneuter Amtsübernahme vor rund 18 Monaten machte dieser John Thune zum neuen Mehrheitsführer. McConnell kündigte an, Anfang 2027 in den Ruhestand gehen zu wollen.
Vom Verbündeten zum Gegner
In Trumps erster Amtszeit hatte McConnell mit dem Präsidenten paktiert und eine konservative Agenda umgesetzt. Nach Trumps Wahlniederlage 2020 distanzierte er sich jedoch von dessen Betrugsbehauptungen und machte ihn für die Kapitol-Erstürmung am 6. Januar 2021 verantwortlich. Seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus trat McConnell zunehmend als innerparteilicher Widersacher auf. So verweigerte er dem umstrittenen Verteidigungsminister Pete Hegseth und anderen Kabinettsmitgliedern die Stimme. Trump beschimpfte ihn daraufhin als „üblen Typen“, der „miserabel in seinem Job“ gewesen sei.
Ausblick
Der Senat befindet sich derzeit in der Sitzungspause, soll aber ab Montag wieder tagen. Ob McConnell dann zurückkehren wird, ist ungewiss. Die Spekulationen um seinen Gesundheitszustand dürften bis dahin anhalten.



