Zwei Wochen nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela geht der Einsatz im Katastrophengebiet in eine neue Phase. Internationale Such- und Rettungsteams haben das Land weitgehend verlassen, während die verbliebenen Hilfskräfte ihre Arbeit nun auf die Beseitigung der Trümmer und die Versorgung der betroffenen Bevölkerung konzentrieren. Die offizielle Zahl der Todesopfer ist unterdessen auf 3.685 gestiegen, wie der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, auf der Plattform X mitteilte. Allein in den letzten 24 Stunden vor der Bekanntgabe stieg die Zahl um 150.
UN-Nothilfekoordinator besucht Katastrophenregion
Der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher traf am Dienstag (Ortszeit) in Venezuela ein und reiste in die am schwersten betroffene Region La Guaira im Norden des südamerikanischen Landes. In einem Video sagte er: „Wir fragen uns derzeit: Wie können wir diese Koordination in der nächsten Phase aufbauen – was die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Unterkünften sowie die benötigten medizinischen Einrichtungen angeht.“
Rückzug der internationalen Teams
Viele internationale Rettungsteams haben Venezuela bereits verlassen. Das mexikanische Einsatzteam Topos México erklärte auf X: „Das ist kein Aufgeben, sondern ein notwendiger Übergang hin zu einem würdigen Wiederaufbau.“ Der Rückzug sei durch das Ende des biologischen Überlebensfensters der Opfer gerechtfertigt. Zudem bestehe eine unmittelbare Gefahr weiterer Gebäudeeinstürze, und in den eingestürzten Gebäuden müsse schweres Gerät eingesetzt werden.
Verzweifelte Angehörige fordern Fortsetzung der Suche
Freiwillige suchten jedoch weiter in den Trümmern. Verzweifelte Angehörige, die ihre Familienmitglieder noch immer nicht gefunden haben, verlangen, dass die Suche fortgesetzt wird – bis ihre Angehörigen lebend oder tot gefunden werden, damit sie zumindest bestattet werden können, wie die Zeitung „El Nacional“ berichtete. Die Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten Venezuela am 24. Juni erschüttert. Mehr als tausend deutlich schwächere Nachbeben folgten. Vor allem in La Guaira liegen zahlreiche Gebäude in Trümmern. Experten zufolge ist es zwei Wochen nach einem Erdbeben äußerst unwahrscheinlich, noch Überlebende zu bergen.



