US-Präsident Donald Trump hat nach Gesprächen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seine Vermittlung zur Beendigung des Ukrainekriegs angeboten. In einem fast 90-minütigen Telefonat mit Putin bekräftigte Trump seine Bereitschaft, sich für ein schnelles Ende der Kämpfe einzusetzen, teilte Kremlberater Jurij Uschakow am Sonntag mit. Selenskyj erklärte seinerseits am Samstag, er habe am US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli ein „sehr gutes Gespräch“ mit Trump geführt und an die „amerikanische Entschlossenheit“ appelliert, den Krieg zu beenden.
Selenskyj sieht „echte Aussicht“ auf Frieden
„Es gibt eine echte Aussicht, diesen Krieg zu beenden, und die amerikanische Entschlossenheit wird entscheidend sein“, sagte Selenskyj. Beide hätten vereinbart, ihre Gespräche beim bevorstehenden Nato-Gipfel in der Türkei fortzusetzen. Als Geste der Verbundenheit wurde das 62 Meter hohe Mutterland-Denkmal in Kyjiw nachts in den Farben der US-Flagge angestrahlt.
Russland pocht auf politisch-diplomatische Lösung
Uschakow zufolge strebt Russland eine politisch-diplomatische Lösung an, die die grundlegenden russischen Positionen berücksichtigt. Er warf Kyjiw und seinen Verbündeten vor, auf eine Eskalation des Konflikts zu setzen. Putin habe in dem Telefonat „die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld“ in der Ukraine skizziert, „wo die russischen Streitkräfte selbstbewusst vorrücken“. Trump und Putin hätten in dem Telefonat auch Themen wie Iran und die Golfregion erörtert, fügte Uschakow hinzu.
Putins Siegesmeldung zu Kostjantyniwka angezweifelt
Kremlchef Wladimir Putin hatte am Vorabend beim Besuch einer Kommandozentrale gesagt, die russische Armee habe die Stadt Kostjantyniwka vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Ukrainische Militärblogs wie DeepState verzeichnen weiterhin nur Teile der Stadt als russisch besetzt. Auch russische Militärblogger reklamieren bislang nicht die gesamte Stadt für ihre Armee. Selenskyj und der ukrainische Generalstab wiesen Putins Darstellung zurück. „Das ist nur die x-te russische Lüge, um wenigstens eine Nachricht in Umlauf zu bringen“, sagte der ukrainische Präsident während eines Telefonats mit Bundeskanzler Friedrich Merz.
ISW: Russische Präsenz in Kostjantyniwka begrenzt
Nach Angaben des US-amerikanischen Instituts für Kriegsstudien (ISW) hat Russland in den vergangenen Wochen Geländegewinne in Kostjantyniwka erzielt. Die russische Präsenz in der Stadt bestehe jedoch vor allem aus kleinen Stoßtrupps zwischen ukrainischen Stellungen. Das ISW wertete Putins Siegesmeldung als Versuch, mediale Aufmerksamkeit vor dem Wochenende mit den Feiern zu 250 Jahren Unabhängigkeit der USA zu gewinnen.



