Putins Parade schrumpft: Keine Panzer, nur Fußsoldaten
Putins Parade schrumpft: Keine Panzer, nur Fußsoldaten

Moskau – Putins Propagandaritual zerfällt. Zwar wird die Parade zum Tag des Sieges am 9. Mai auf dem Roten Platz nicht komplett abgesagt, doch ihr Herzstück fehlt: die Militärtechnik. Statt der gewohnten Waffenschau gibt es nur noch marschierende Soldaten. Ein ähnliches Bild in St. Petersburg: Auch dort findet die Parade statt – ebenfalls ohne Militärgerät und mit nur 300 statt 5600 Zuschauern. In Samara, Nischni Nowgorod und Krasnodar fallen die Paraden sogar vollständig aus – aus Sicherheitsgründen.

Gästeliste dünn wie nie

Und auch bei den geladenen Gästen zeigt sich Putins Prestige-Problem. Wo noch 2025 globale Schwergewichte wie Chinas Staatschef Xi Jinping (72) saßen, werden diesmal viele Plätze frei bleiben. Die Gästeliste ist dünn wie nie: Fest zugesagt hat bislang nur Belarus-Machthaber Alexander Lukaschenko (71). Der slowakische Premier Robert Fico (61) machte erst Hoffnungen – und zog dann seine Zusage zurück. Und US-Präsident Donald Trump? Stand gar nicht erst auf der Einladungsliste.

Selenskyj: Russland fürchtet Drohnen

Warum diese Schrumpf-Kur? Die Antwort liegt im Ukraine-Krieg – und das sagt jetzt sogar offen Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj. Bei einem Auftritt heute beim Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Armenien erklärte er mit Stolz: Russland plane die Parade am 9. Mai „ohne militärische Ausrüstung – das wäre das erste Mal seit vielen, vielen Jahren“. Der Grund laut Selenskyj: „Sie können sich die Technik nicht leisten – und sie fürchten, dass Drohnen über den Roten Platz fliegen.“ Tatsächlich schlug auch Moskau selbst bereits Alarm. Der Vizechef des Verteidigungsausschusses, Alexej Schurawljow, warnte offen vor einem möglichen ukrainischen Drohnenangriff am 9. Mai und nannte die Parade ein „gefährliches Ereignis“.

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Militärblogger in Aufruhr

In den letzten Wochen wurde die Luftabwehr um Moskau massiv verstärkt – doch das scheint nicht zu reichen: Erst in der Nacht zum Montag traf eine ukrainische Drohne ein Hochhaus in der Hauptstadt. Kreml-nahe Militärblogger laufen derweil Sturm. Der bekannte Kriegsblogger Alexander Kots (481.000 Abonnenten) wirft der Ukraine vor, gezielt auf spektakuläre Bilder zu setzen: Angriffe auf Wolkenkratzer seien „militärisch sinnlos, aber wirkungsvoll für die Propaganda“. Auch der Kanal „Zwei Majore“ (über 1,1 Mio. Follower) warnt vor weiteren Provokationen – und spricht von der realen Gefahr, dass Drohnen sogar „über dieser Parade fliegen“ könnten.

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