DDR-Sportelite: Die harte Wahrheit hinter den Medaillen
DDR-Sportelite: Die harte Wahrheit hinter den Medaillen

Das System hinter den DDR-Medaillen

Internationale Medaillen waren das große Ziel der DDR. Dafür wurden Talente früh ausgewählt und intensiv trainiert. Schwimmtalent Kornelia Grummt-Ender erinnert sich in einer Terra-X-Doku an ihre harten Erfahrungen im Osten.

Mit nur 13 Jahren für die DDR bei Olympia: Die Karriere von Kornelia Grummt-Ender ist außergewöhnlich. Die neue Terra-X-Doku Das Geheimnis der DDR-Sportelite beleuchtet die Schatten- und Glanzseiten des Leistungssports im Osten. Dabei wird unter anderem die Geschichte der Schwimmerin Kornelia Grummt-Ender erzählt.

Vom Hüftleiden zur Spitzensportlerin

Als Kind bekommt Grummt-Ender wegen Hüftproblemen das Schwimmen ärztlich verordnet. Was zunächst aus gesundheitlichen Gründen beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Karriere im Spitzensport. Denn ihr Talent bleibt nicht unentdeckt: Bereits im Alter von elf Jahren gerät die in Bitterfeld aufgewachsene Grummt-Ender in die Talentsichtung der DDR. 1970 wechselt sie mit zwölf Jahren an eine Kinder- und Jugendsportschule (KJS) in Halle. Hier wird sie gezielt gefördert mit der klaren Perspektive, internationale Erfolge zu erreichen.

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Strenge Regeln und West-Kontaktverbot

Gleich zwei Jahre später startet Grummt-Ender bei den Olympischen Spielen in München. Neben den schönen Erinnerungen sind bei ihr heutzutage vor allem die strikten Vorgaben für Sportler aus der DDR präsent. So sei der Kontakt zu den Sportlern aus der Bundesrepublik Deutschland bei den Olympischen Spielen reglementiert gewesen, wie Grummt-Ender an einer Anekdote rund um die Florena-Seife erläutert. Die eigene Seife kam natürlich nicht ran an das Shampoo aus dem Westen, so Grummt-Ender. Ich hätte gerne mal gesagt: Krieg ich nicht einmal für eine Haarwäsche ein bisschen was ab? Aber das sei verboten gewesen. Wir wussten, wir dürfen nicht miteinander reden, erzählt die ehemalige Spitzensportlerin. Auch ohne West-Shampoo sichert sie sich bei den Olympischen Spielen 1972 die Silbermedaille und ist damit die jüngste Medaillengewinnerin der Spiele.

Sportschulen: Förderung und Druck

Die Bedingungen an der Sportschule, auf die Grummt-Ender ging, waren auf Höchstleistung angelegt. Moderne Trainingsmethoden und Ausstattung sollten den Erfolg sichern. So erinnert sich Grummt-Ender an einen speziellen Strömungskanal, von dem es hieß, dass er eigens für die Schule angeschafft worden sei. Gleichzeitig bringen Erfolge den Kindern Privilegien. Aufgrund ihrer Leistungen erhält Grummt-Ender beispielsweise zeitweise Einzelunterricht. Doch das System ist streng selektiv. Viele Talente schaffen es gar nicht erst an eine Sportschule. Hintergrundchecks durch die Stasi entscheiden mit darüber, wer gefördert wird. Und für die, die es schaffen, ist der Preis hoch. Der Alltag hat wenig mit einem normalen Kinderleben zu tun. Intensive Trainingslager und strenge Abläufe bestimmen den Tagesrhythmus. Über die enorme Belastung sei kaum gesprochen worden, so Grummt-Ender.

Karrierehöhepunkt mit 17

1975 wird Grummt-Ender DDR-Sportlerin des Jahres. Mit gerade einmal 17 Jahren geht sie bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal als Favoritin an den Start. Zu Recht, denn sie gewinnt dort vier Goldmedaillen. 1976 beendet die Schwimmerin ihre Karriere auf dem Höhepunkt. Die Dokumentation Das Geheimnis der DDR-Sportelite ist in der ZDF-Mediathek abrufbar.

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