Stiftung Warentest: Oft besser als beim Zahnarzt – Was Bleaching-Mittel können
Verabschieden Sie sich von lästigen Verfärbungen! Wer sich ein strahlendes Zahnweiß zurückholen möchte, findet in Drogerien oder im Internet zahlreiche Bleaching-Mittel. Die Stiftung Warentest hat nun 13 dieser Produkte getestet und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Viele von ihnen sind „oft sogar besser als ein teures Profi-Bleaching“.
Für die Untersuchung, die in der gleichnamigen Zeitschrift veröffentlicht wurde, nahmen die Tester 13 Bleaching-Streifen, -Gele und -Seren unter die Lupe. Sie verglichen deren Wirkung auch mit einem hochkonzentrierten Produkt, wie es in Zahnarztpraxen verwendet wird. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Sechs der 13 Mittel erhielten die Note „gut“, die beiden Schlusslichter begnügten sich mit einem „ausreichend“.
Wie Bleaching-Mittel wirken
Die Produkte werden entweder auf die Zähne aufgetragen, aufgeklebt oder mittels einer Schiene als Gel appliziert. Die meisten enthalten Bleichmittel wie Wasserstoffperoxid, Carbamidperoxid oder PAP. Das Prinzip ist simpel: Im Mund wird eine chemische Reaktion ausgelöst, die aktiven Sauerstoff freisetzt. Dieser verwandelt dunkle Farbmoleküle im Zahnschmelz in farblose – ein Vorgang, der an das Blondieren von Haaren erinnert.
Doch Vorsicht: So wie das Aufhellen die Haarstruktur angreift, bedeutet auch ein Bleaching Stress für die Zähne. Der Zahnschmelz kann vorübergehend an Härte verlieren, warnt Tim Quinders, Projektleiter bei Warentest. „Das erhöht das Risiko für Zahnschäden.“ Mit einer gründlichen Pflege, insbesondere einer fluoridhaltigen Zahnpasta, kann man den Zahnschmelz jedoch dabei unterstützen, sich zu regenerieren.
Realistische Erwartungen und Geduld sind gefragt
Die Tester raten dazu, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Versprechen wie „bis zu 8 Stufen weißer in 7 Tagen“ sollten kritisch betrachtet werden. Wie viel Aufhellung möglich ist, hängt von der natürlichen Farbe des Zahnschmelzes ab. Ist dieser von Natur aus eher gelblich-gräulich, wird man kaum ein strahlendes Hollywood-Lächeln erreichen. Zudem erfordert die Anwendung Geduld: Einmaliges Aufpinseln oder Aufkleben reicht nicht; die Anwendungsdauer kann bis zu 21 Nächte betragen.
Fünf Dinge, die man vor dem Bleaching wissen sollte
- Zahnarztbesuch vorab: Bei Karies, undichten Füllungen oder freiliegenden Zahnhälsen können Bleichmittel tief in den Zahn eindringen und den Zahnnerv schädigen, erklärt Ralf Hausweiler von der Bundeszahnärztekammer.
- Füllungen und Kronen bleiben unverändert: Sie werden nicht aufgehellt, was zu störenden Farbunterschieden führen kann, besonders im vorderen Zahnbereich.
- Professionelle Zahnreinigung empfohlen: Das beste Ergebnis erzielt man, wenn Beläge und Zahnstein vorher entfernt wurden.
- Nicht für alle geeignet: Kinder, Schwangere und Stillende sollten auf Bleaching verzichten.
- Bei Empfindlichkeit: Nach dem Bleaching können die Zähne empfindlich reagieren. Ein Zahnarzt kann dann ein höher dosiertes Fluorid-Gel empfehlen.
Die getesteten Produkte wurden übrigens nicht an menschlichen Zähnen, sondern an Zahnschmelzproben von Rindern untersucht, deren Zahnschmelz dem des Menschen strukturell und chemisch ähnelt. Gute Produkte gibt es bereits ab knapp 10 Euro, die Spitzenreiter kosten bis zu 90 Euro.



