Die Bürgermeister-Stichwahlen in Mecklenburg-Vorpommern haben am Sonntag deutliche Signale für die Landtagswahl im Herbst gesendet. Besonders in der Landeshauptstadt Schwerin musste SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eine bittere Niederlage hinnehmen.
Schwerin: CDU-Kandidat Ehlers siegt
In Schwerin setzte sich der CDU-Kandidat Sebastian Ehlers mit 54 Prozent der Stimmen gegen die SPD-Kandidatin Mandy Pfeifer durch, die 46 Prozent erhielt. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,6 Prozent. Ehlers, derzeit Stadtpräsident, hatte im ersten Wahlgang 34,2 Prozent erreicht, Pfeifer 27,9 Prozent. Schwesig hatte sich kurz vor der Wahl per Social-Media-Video für Pfeifer eingesetzt, doch der Einsatz verpuffte.
Wismar: SPD-Kandidat Junge klar vorn
In der Hansestadt Wismar gewann der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge die Stichwahl mit 68,2 Prozent gegen AfD-Kandidatin Manuela Medrow (31,8 Prozent). Die Wahlbeteiligung betrug 50,7 Prozent. Im ersten Wahlgang hatte Junge 42,1 Prozent erreicht, Medrow 20,5 Prozent. Wismar gilt seit 1990 als SPD-Hochburg.
Reaktionen: Holm sieht Rückenwind für AfD
AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm wertete die 32 Prozent für Medrow in Wismar als starkes Ergebnis und Fingerzeig für die Landtagswahl im September. Er kündigte an, die AfD werde für mehr Sicherheit, bessere Bildung und neue Wirtschaftschancen sorgen. Schwesig betonte hingegen, die Wismarer hätten sich gegen die AfD entschieden, und nannte das Schweriner Ergebnis ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Sie forderte Wahlsieger Ehlers zur fairen Zusammenarbeit mit der Landesregierung auf.
CDU: Sieg als Balsam für die Seele
CDU-Landeschef Daniel Peters zeigte sich erfreut über den Schweriner Sieg und sieht darin ein ermutigendes Vorzeichen für die Landtagswahl. Der Polarisierungswahlkampf der SPD sei nicht erfolgreich gewesen. Der Sieg stärkt die zuletzt durch schlechte Umfragen geschwächte CDU.
Ueckermünde: Handwerker Spiegelberg gewinnt
In Ueckermünde setzte sich der parteilose Einzelbewerber und Fliesenlegermeister Tino Spiegelberg mit 54,2 Prozent gegen den parteilosen Stadtvertreter Karsten Berndt (45,8 Prozent) durch. Der Wahlkampf war von Zwischenfällen überschattet, darunter Angriffe auf Berndt mit eingeschlagenen Fensterscheiben und zerstochenen Reifen. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags. Auch ein Polizeiauto wurde beschädigt.



