Neubrandenburg geht leer aus: Kein Bundesgeld für Sportstätten
Kein Bundesgeld für Neubrandenburgs Sportstätten

Neubrandenburg erhält vorerst keinen Cent aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Sportstätten. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in Berlin hat entschieden, dass die Vier-Tore-Stadt in der aktuellen Bewerbungsrunde leer ausgeht. Von den bundesweit 333 Millionen Euro, die 2025 vergeben wurden, fließen rund 22 Millionen Euro nach Mecklenburg-Vorpommern, verteilt auf 14 Einzelprojekte. Neubrandenburg gehört nicht dazu, wie am Rande der Stadtvertretersitzung bekannt wurde.

Projektaufruf stark überzeichnet

Der Projektaufruf war massiv überzeichnet. Mehr als 3600 Kommunen hatten Skizzen eingereicht, das beantragte Gesamtvolumen lag bei rund 7,5 Milliarden Euro – dem 21-fachen der verfügbaren Mittel. Die Stadtvertretung hatte im Dezember 2025 beschlossen, auf Basis qualifizierter Planungsunterlagen Fördermittel für das Jahnstadion und für das seit 2016 nicht mehr nutzbare Sozialgebäude zu beantragen. Die Anlage aus den späten 1950er Jahren gilt als Heimat des SC Neubrandenburg; die Gesamtkosten der Sanierung werden auf einen zweistelligen Millionenbetrag veranschlagt. Die Absage sorgte in der Stadtvertretersitzung am Donnerstagabend für Unmut.

CDUplus kritisiert Oberbürgermeister Klose

CDUplus-Ratsherr Steven Giermann präsentierte die Zahlen aus den Nachbarkommunen: Greifswald erhalte knapp acht Millionen Euro für das Volksstadion, weitere 1,5 Millionen gingen nach Wittenburg, dazu kämen mehrere kleinere Projekte im Land. Dass die Sportstadt Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern leer ausgehe, halte er für einen „sportpolitischen Fehlstart“, sagte Giermann. Seine Fraktion habe den Oberbürgermeister bereits im Februar aufgefordert, aktiv auf Bundesebene für das Sozialgebäude am Jahnstadion zu werben.

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Giermann forderte Oberbürgermeister Nico Klose (parteilos) nun auf, bei den erfolgreichen Kommunen nachzufragen, was diese anders gemacht hätten. Seine Fraktion biete an, im Namen des Sportausschusses für die nächste Runde alle Kontakte zu nutzen. Klose bezeichnete das Ergebnis selbst als ärgerlich. Die Stadt habe fristgerecht Förderanträge für beide Projekte eingereicht und die Bedeutung in zwei persönlichen Gesprächen mit einem Bundestagsabgeordneten der Region und einem Mitglied des Haushaltsausschusses erläutert. Dass die Chance angesichts der 21-fachen Überzeichnung von vornherein gering gewesen sei, habe man allerdings auch gewusst.

Klose: Direkter Austausch weiterhin richtig

Den direkten Austausch mit den Entscheidungsträgern hält der Oberbürgermeister weiterhin für den richtigen Weg. Er habe im Vorfeld mehrfach mit Bundestagsmitglied Philipp Amthor (CDU) über die Förderung gesprochen und nach besten Kräften klargemacht, wie wichtig sie sei. Einen Austausch mit den erfolgreichen Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern wolle man nun dennoch führen, so Klose. Ohne Fördermittel sei die Sanierung aus eigener Kraft nicht zu stemmen. Die Stadt wolle die Instandhaltungsmaßnahmen so in das kommende Haushaltsjahr einstellen, dass die Sportstätte weiter nutzbar bleibe. Der Bedarf des Spitzenstandorts sei damit allerdings nicht gedeckt, räumte Klose ein. Zum Jahresende könnte die nächste Förderrunde starten, auf die sich die Stadt dann erneut bewerben will.

Greifswald erhält fast den Höchstbetrag

Die 22 Millionen für Mecklenburg-Vorpommern verteilen sich ungleich. Den größten Posten erhält Greifswald mit 7,99 Millionen Euro für das Volksstadion und schöpft damit den Höchstbetrag des Programms nahezu aus. Wismar bekommt 5,6 Millionen für das Kurt-Bürger-Stadion, Rostock gut zwei Millionen für den Sportplatz Hans-Sachs-Allee. Im mittleren Bereich liegen Wittenburg, Eggesin und das Amt Recknitz-Trebeltal. Jeweils weniger als 600.000 Euro fließen nach Anklam, Gützkow, Grimmen, Demmin, Richtenberg, Tessin und in die Gemeinde Dorf Mecklenburg. Gefördert werden bauliche Sanierungen, die anschließend energetische Standards erfüllen müssen – bei Kunstrasenplätzen sind Systeme mit synthetischem Füllstoff beispielsweise ausgeschlossen. Der Bund übernimmt maximal 45 Prozent der Ausgaben, bei Kommunen in Haushaltsnotlage bis zu 75 Prozent. Die nächste Antragsrunde läuft bereits, diesmal fokussiert auf kommunale Schwimmbäder. Einreichungen sind bis zum 19. Juni 2026 möglich.

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