Rechte Gewalt in Deutschland 2025 auf höchstem Stand seit 2016
Rechte Gewalt 2025: Höchststand seit 2016

Die Gewalt von rechts in Deutschland hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, registrierte die Polizei insgesamt 1598 rechts motivierte Gewalttaten – so viele wie seit 2016 nicht mehr. Dies berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf die der Bundesregierung vorliegenden Daten.

Anstieg der Gewalttaten im Vergleich zu den Vorjahren

Im Jahr 2024 hatten die Länder dem Bundeskriminalamt (BKA) noch 1488 solcher Taten gemeldet, während es 2023 lediglich 1270 waren. Die Zahlen für das jeweils zurückliegende Jahr können sich aufgrund von Nachmeldungen noch ändern, da die Übermittlung der Daten aus den Ländern an das BKA zeitlich verzögert erfolgt und die politische Motivation mancher Taten erst später eindeutig festgestellt werden kann.

Betrachtet man alle rechts motivierten Straftaten – also nicht nur Gewaltdelikte –, so zeigt sich ein leichter Rückgang von 42.788 (2024) auf 42.544 (2025). Zu den typischen politisch motivierten Straftaten zählen unter anderem die Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, Volksverhetzung oder Beleidigung. Bei den Gewaltdelikten handelt es sich vor allem um Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung, Tötungsdelikte, Landfriedensbruch, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, Freiheitsberaubung und Widerstandsdelikte.

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Ostdeutsche Bundesländer besonders betroffen

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl wurden 2025 in Mecklenburg-Vorpommern die meisten rechts motivierten Straftaten registriert: 145 pro 100.000 Einwohner. Sachsen-Anhalt folgt mit 142, Brandenburg mit 139 Delikten pro 100.000 Einwohner. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 51 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Die niedrigsten Werte verzeichnen Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils 28 Delikten pro 100.000 Einwohner.

Allerdings ist zu beachten, dass die Statistik auch die unterschiedliche Ermittlungsintensität der Polizei in den einzelnen Bundesländern widerspiegelt. Im Jahr 2024 führten die Sicherheitsbehörden in Brandenburg die hohe Zahl der Delikte unter anderem auf „die zunehmende Verrohung und Brutalisierung der politischen Auseinandersetzung in unserem Land“ sowie auf die Zunahme politisch motivierter Straftaten im Umfeld der Landtagswahlen zurück.

Kritik der Linken an der Bundesregierung

Ferat Kocak, Innenpolitiker der Linksfraktion, wirft der Bundesregierung vor, nicht angemessen auf die beunruhigende Entwicklung im Bereich der rechts motivierten Gewalt zu reagieren. „Mindestens vier Fälle hätten im letzten Jahr tödlich enden können“, sagte der Bundestagsabgeordnete. Die Bundesregierung leugne die Bedrohung und baue gleichzeitig mit den geplanten Streichungen beim Programm „Demokratie leben!“ genau die Präventions- und Bildungsprojekte ab, die dieser Bedrohung entgegenwirken könnten.

Das Programm „Demokratie leben!“ fördert seit 2014 Projekte für Demokratie und zur Abwehr von Extremismus, Rassismus und Antisemitismus. In diesem Jahr stehen rund 190 Millionen Euro zur Verfügung. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat angekündigt, dass die Förderung von rund 200 der insgesamt mehreren Hundert Projekte zum Jahresende auslaufen soll. Kritik daran kommt nicht nur von Grünen und Linken, sondern auch vom Koalitionspartner SPD.

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