Neonazi soll Rentner bei Gassirunde niedergestochen haben
Neonazi sticht Rentner bei Gassirunde nieder

Magdeburg – Ein blutiger Streit um Aufkleber erschüttert die Stadt: Ein 80-jähriger Rentner wurde bei einem abendlichen Gassigang mit seinem Hund Balou von einem mutmaßlichen Neonazi niedergestochen. Der Vorfall ereignete sich im September 2025 in der Salvador-Allende-Straße. Wolfgang P. (80) hatte den Täter darauf hingewiesen, dass er Klebfolienreste auf den Boden geworfen hatte. Der Mann, der Aufkleber der rechtsextremen Kleinstpartei „III. Weg“ anbrachte, reagierte mit Gewalt: Er schlug dem Rentner ins Gesicht, besprühte ihn mit Pfefferspray und stach schließlich mit einem Messer zu.

Rentner überlebt schwer verletzt

Die Stichverletzung war 15 Zentimeter tief und traf die Lunge des Seniors. Die Ärzte diagnostizierten einen linksseitigen Pneumothorax, einen Lungenkollaps, der lebensbedrohlich war. Wolfgang P. verlor fast einen Liter Blut und musste notoperiert werden. Ein Teil seiner verletzten Lunge musste entfernt werden. Der Rentner zeigt die Narbe auf seiner linken Brust und ist dankbar, dass er und sein Hund die Attacke überlebten.

Angeklagter mit Vorstrafen

Vor dem Landgericht Magdeburg muss sich nun Ulrich C. (57) verantworten. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Der Angeklagte stand zur Tatzeit unter Führungsaufsicht, nachdem er 2021 aus einer 15-jährigen Haftstrafe wegen Totschlags entlassen worden war. Er räumt ein, die Aufkleber angebracht zu haben, bestreitet jedoch den Angriff. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt von seiner Schuld: Der Rentner identifizierte ihn eindeutig als den Täter.

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Hintergrund: Die Partei „III. Weg“

Die Kleinstpartei „III. Weg“ wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft und beobachtet. Ihre Aufkleber hängen weiterhin an Laternenmasten in der Salvador-Allende-Straße. Der Fall zeigt die Gefahr von politisch motivierter Gewalt im Alltag.

Der Prozess dauert an. Wolfgang P. hofft auf eine gerechte Strafe für den Mann, der ihn fast umgebracht hätte.

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