In Neapel hat ein tragischer Vorfall für Aufsehen gesorgt: Ein 13-jähriger Junge soll vor rund eineinhalb Jahren eine schwere Statue von einem Balkon geworfen haben. Die Figur traf eine 30-jährige Touristin aus Padua, die noch am Unfallort schwer verletzt wurde und später im Krankenhaus trotz einer Notoperation starb. Da der Jugendliche zum Tatzeitpunkt nicht strafmündig war, kann er strafrechtlich nicht belangt werden. Die Staatsanwaltschaft hat daher nun Anklage gegen die Eltern des Jungen erhoben, wie unter anderem der Sender Sky TG24 und die Tageszeitung „Corriere della Sera“ berichten.
Vorwurf: Beihilfe zum Tötungsdelikt
Den Eltern wird vorgeworfen, durch mangelnde Aufsicht Beihilfe zu einem Tötungsdelikt geleistet zu haben. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass sie ihren Sohn besser hätten beaufsichtigen müssen, um den tödlichen Wurf zu verhindern. Die Eltern hingegen beteuern durch ihre Anwälte ihre Unschuld. Sie erklären, dass die geworfene Statue nicht ihnen gehöre und der Junge die Tat nicht begangen habe. Eine frühere Anhörung des Jugendlichen vor dem Jugendgericht endete mit der Feststellung der fehlenden Strafmündigkeit, woraufhin die Eltern nun fordern, dass ihr Sohn aus sachlichen Gründen und nicht aufgrund seines Alters freigesprochen wird.
Hintergründe des Unglücks
Der Vorfall ereignete sich im September 2024 im Spanischen Viertel von Neapel. Die 30-Jährige war mit ihrem Freund unterwegs, als sie von einem schweren Gegenstand am Kopf getroffen wurde. Ermittlungen ergaben, dass es sich um eine etwa zwei Kilogramm schwere Onyx-Statue handelte. Die Frau wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, doch die Notoperation blieb erfolglos. Die Anhörung der Eltern vor Gericht ist für den 26. Juni angesetzt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die rechtlichen Grauzonen bei Straftaten Minderjähriger und die Verantwortung der Eltern in Italien.



