Familiengeschichten unter der Lupe: Die NS-Vergangenheit neu entdeckt
Familiengeschichten unter der Lupe: NS-Vergangenheit

In vielen deutschen Familien beginnen gerade Gespräche, die jahrzehntelang ausgeblieben sind. Das US-Nationalarchiv stellte im März über 10 Millionen digitalisierte Mitgliederkarten der NSDAP ins Netz. Seitdem verzeichnet die Seite mehr als eine Million Aufrufe. Die Menschen suchen in den Dokumenten nach ihren Angehörigen, vor allem gleichen sie die Erzählungen ihrer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern mit den Karten ab. Familiengeschichten, die über Generationen erzählt wurden und Identitäten prägten, bekommen in diesen Tagen Risse.

Die Macht der Familienmythen

Oft sind es die harmlosen Anekdoten, die in vielen Familien über Jahrzehnte überlebten. In den Geschichten geht es oft nicht um Deportationen oder Konzentrationslager. Häufig fällt nicht einmal ein Schuss. Es sind leichte, manchmal fast heitere Mythen oder mutige Heldengeschichten. Der Großvater, der in französischer Kriegsgefangenschaft zu viel Wein trank und Französisch lernte. Der Großvater als Wirt in Berlin, der keine Nazis bedient und heimlich jüdische Nachbarn versteckt haben will. Der Großvater, der sagt, er sei nie in die Partei eingetreten.

Die Wahrheit ans Licht bringen

Der SPIEGEL sammelt diese Geschichten. Was hat Ihr Großvater Ihnen erzählt? Was wissen Sie heute über ihn? Was macht das mit Ihrer Familie? Schreiben Sie uns Ihre wichtigste Familiengeschichte – die Anekdote, die immer wieder erzählt wurde, das Bild, der Satz, an dem Sie immer festgehalten haben. Senden Sie Ihre Zuschrift an: MeinGrossvater.Reporter@spiegel.de. Teilen Sie uns Ihre Kontaktdaten mit, und wir melden uns bei Ihnen. Wir freuen uns auf Ihre Geschichten.

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