ICE-Beamter erschießt mexikanischen Einwanderer bei Einsatz
Ein Beamter der US-Migrationsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) hat am Montag bei einer Abschiebeaktion einen mexikanischen Einwanderer erschossen. Der Vorfall ereignete sich im Bundesstaat Texas, wie das Heimatschutzministerium mitteilte. Der Mann, der sich nach Angaben der Behörde illegal in den USA aufhielt, sei bei einer Verkehrskontrolle gestoppt worden.
Ablauf des Vorfalls laut Behördenangaben
Nach bisherigem Kenntnisstand habe sich der Fahrer den Anweisungen der Beamten widersetzt. Statt auszusteigen, habe er zunächst ein Einsatzfahrzeug gerammt und dann versucht, mit seinem Auto einen ICE-Beamten zu erfassen. Daraufhin habe der Beamte das Feuer eröffnet und den Mann getroffen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.
Der Fahrer wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Das Heimatschutzministerium leitete interne Ermittlungen wegen der Schussabgabe ein. Zudem ermittelt das FBI-Büro in Houston wegen des Angriffs auf einen Bundesbeamten.
Hintergrund: Verschärfte Abschiebepolitik
Der Vorfall ereignet sich im Kontext verschärfter Abschiebemaßnahmen unter Präsident Donald Trump. Seit seinem Amtsantritt wurden die Razzien gegen Einwanderer ohne gültige Papiere deutlich intensiviert. Allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Abschiebungen um rund 30 Prozent auf über 250.000.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Praxis scharf. „Die zunehmende Militarisierung der Einwanderungskontrollen führt zu unnötigen Todesfällen“, erklärte ein Sprecher der American Civil Liberties Union (ACLU). „Wir fordern eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls.“
Reaktionen aus Mexiko
Die mexikanische Regierung zeigte sich bestürzt. Außenminister Marcelo Ebrard kündigte an, konsularische Unterstützung für die Familie des Getöteten zu leisten. „Wir werden die genauen Umstände des Todes klären und rechtliche Schritte prüfen“, sagte er in einer Stellungnahme.
Der Fall könnte die bilateralen Beziehungen weiter belasten. Bereits in der Vergangenheit hatte Mexiko mehrfach Protest gegen die harte Gangart der US-Behörden eingelegt.



