Ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE hat am 7. Juli 2026 in Houston einen mexikanischen Einwanderer erschossen. Der Vorfall ereignete sich während einer gezielten Razzia im Stadtteil Magnolia Park. Nach Angaben des Heimatschutzministeriums soll der 35-jährige Lorenzo Salgado Araujo, der sich illegal in den USA aufgehalten haben soll, den Anweisungen der Beamten nicht Folge geleistet haben.
Hergang des Vorfalls
Laut einer Mitteilung des Heimatschutzministeriums auf der Plattform X habe der Fahrer zunächst ein Einsatzfahrzeug gerammt und anschließend versucht, einen ICE-Beamten mit seinem Auto zu erfassen. Daraufhin habe der Beamte das Feuer eröffnet. Salgado Araujo wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Die Angaben der Behörde ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Das Ministerium leitete interne Ermittlungen zu dem Schusswaffengebrauch ein. Parallel dazu ermittelt das FBI-Büro in Houston wegen des Angriffs auf einen Bundesbeamten. Die genauen Umstände des Vorfalls sind noch unklar.
Kritik an Behörden und Forderungen nach Transparenz
Juan Proaño, Geschäftsführer der Bürgerrechtsorganisation League of United Latin American Citizens (LULAC), forderte eine unabhängige Untersuchung. „Wir glauben dem Heimatschutzministerium kein Wort“, sagte Proaño der Nachrichtenagentur AP. „Es muss eine unabhängige Untersuchung geben und alle Videos müssen veröffentlicht werden.“
Die demokratische Kongressabgeordnete Sylvia Garcia, in deren Wahlbezirk sich der Vorfall ereignete, verlangte auf X ebenfalls eine unabhängige Prüfung. „ICE hat einen ersten Bericht veröffentlicht, aber die Fakten müssen unabhängig und gründlich untersucht werden, einschließlich der Umstände“, schrieb Garcia. Sie forderte die Sicherung aller verfügbaren Aufnahmen, Kommunikationsdaten und Beweismittel.
Kontext verschärfter Einwanderungskontrollen
Die ICE hatte zuletzt ihre Kontrollen im Rahmen der Massenabschiebungen der Trump-Regierung verstärkt. Ende Juni nahmen ICE-Beamte binnen fünf Tagen mehr als 10.000 Menschen fest. Seit Beginn der verschärften Einwanderungsregeln kam es zu mindestens sechs tödlichen Schüssen durch Bundesbeamte. Der bekannteste Fall ist der der US-Bürgerin Renee Good, die im Januar bei einer Razzia in Minneapolis von einem ICE-Beamten erschossen worden war.
Der Vorfall in Houston hat erneut Debatten über die Methoden der Einwanderungsbehörde und die Notwendigkeit unabhängiger Kontrollen ausgelöst. Bürgerrechtler und Politiker fordern Transparenz und eine lückenlose Aufklärung des Geschehens.



