Der Ölpreis ist am Mittwoch nach erneuten Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran deutlich angestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni verteuerte sich um 7,1 Prozent auf 119,19 US-Dollar. Kurzzeitig kletterte der Preis sogar auf 119,76 Dollar – den höchsten Stand seit dem Sommer 2022.
Trumps Social-Media-Beitrag schürt Ängste
In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social richtete Trump scharfe Worte an Teheran. „Iran bekommt es nicht auf die Reihe. Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschließt. Sie sollten besser bald zur Vernunft kommen!“, schrieb er. Dazu veröffentlichte er ein KI-generiertes Bild, das ihn mit einem Gewehr zeigt und mit „NO MORE MR. NICE GUY“ überschrieben ist.
Straße von Hormus bleibt blockiert
Gegenüber dem Nachrichtenportal „Axios“ stellte Trump klar, dass er eine Öffnung der Straße von Hormus ablehne, solange keine Einigung über das iranische Atomprogramm erzielt werde. Der Iran hatte zuvor angeboten, die Meerenge zu öffnen und später über das Nuklearprogramm zu verhandeln. Trump hält die Blockade offenbar für „etwas wirksamer als Bombardierungen“.
Derzeit gilt im Irankrieg eine Waffenruhe, doch die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Konfliktlösung stocken. Die jüngsten Äußerungen dämpfen die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung und damit auch auf eine baldige Öffnung der strategisch wichtigen Wasserstraße.
Auswirkungen auf den Ölmarkt
Der Anstieg des Brent-Ölpreises auf über 119 Dollar zeigt die Nervosität der Märkte. Analysten sehen die Gefahr weiterer Preissteigerungen, falls die Spannungen zunehmen. Am Dienstag hatten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ihren Austritt aus der Opec zum 1. Mai angekündigt. Dies spielte am Ölmarkt angesichts der Iran-Krise jedoch kaum eine Rolle. Es wird erwartet, dass die Emirate ihre Fördermenge mittelfristig ausweiten könnten.
Die Entwicklung bleibt angespannt: Die Blockade der Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Ölverkehrs fließen, könnte die globale Energieversorgung erheblich beeinträchtigen.



