Der Ärger beim FC Bayern über die Roten Karten für Verteidigerin Franziska Kett und Trainer José Barcala im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona (1:1) ist immer noch nicht verflogen. Sportdirektorin Bianca Rech hat nun erneut ihre Kritik an der Schiedsrichterin Ivana Martincic bekräftigt und fordert eine Reform der Regeln.
Rech: Schiedsrichterin verlor die Kontrolle
„Grundsätzlich habe ich da meine Meinung nicht zu ändern. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass sie (Schiedsrichterin Ivana Martincic) die Kontrolle in den letzten Minuten einfach verloren hat und aus meiner Sicht auch aus der Emotionalität heraus gehandelt hat“, sagte Rech bei SPORT1 nach dem 2:0-Ligaerfolg der Münchnerinnen bei den Frauen des SV Werder Bremen.
Platzverweis von Kett sorgt für Diskussionsstoff
Ausschlaggebend für den Ärger war eine Aufregerszene um Kett in der Schlussphase, die bei einem Zweikampf an dem Zopf ihrer Mitspielerin gezerrt hatte. Martincic zückte glatt Rot und stellte auch Coach Barcala vom Platz, der sich an der Seitenlinie vehement beschwert hatte. Rech behauptet nun, dass Martincic „eigentlich Richtung José (Barcala) gegangen ist“. In dieser Situation hätten beide Parteien eine kurze Zündschnur gehabt. „Ich weiß nicht, wie viele Karten es waren, die sie am Ende da verteilt hat wie Smarties“, äußerte sich Rech bereits nach dem Remis gegen Barcelona empört. Bitter für Bayern: Sowohl Barcala als auch Kett werden im Rückspiel am Sonntag (ab 16.30 Uhr im LIVETICKER) fehlen.
Der Platzverweis von Kett sei zwar laut Regelwerk durchaus gerechtfertigt gewesen, „da müssen wir gar nicht drüber reden“. Vielmehr stellte Rech am Mittwoch bei SPORT1 infrage: „Wir müssen eher darüber reden, dass die Haare überall sind, auch den Rücken verdecken, die Nummer verdecken, den Namen verdecken. Wo kann man da unterscheiden?“
Bayern-Chefin wünscht sich Reform
Das gleiche Problem und ähnliche Situationen gebe es auch im Männerfußball, „wo wirklich absichtlich an den Haaren gerissen wird, am Oberkopf“. Kett hingegen habe einen „sehr tiefen Schwerpunkt“ gehabt. „Sie will nach dem Trikot greifen, verfängt sich da und hält an den Haaren fest – an zwei Strähnen. Das ist sehr unglücklich, aber wenn man Franzi kennt, ist es nicht gewollt, dass sie an den Haaren gezogen hat“, sagte Rech.
Die Bayern-Chefin wünscht sich, dass die Haare zukünftig besser fixiert und zurechtgebunden werden. Schließlich sei auch die jeweilige Gegenspielerin von einer langen Haarpracht negativ beeinträchtigt, „weil sie überall in der Gegend umherfliegen“. Rech spricht dafür aus, dass die Thematik mit der UEFA oder auch mit der EFC besprochen wird. „Es geht gar nicht um Männer- oder Frauenfußball. Sondern generell, über die Höhe, wann und wo gegriffen wird. Das kann man diskutieren.“



