Crash-Angst, Zins-Comeback und Amerikas Schuldenberg: Anleger müssen an vielen Fronten wachsam sein. Bei „Money Mittwoch“ von BILD gaben zwei Expertinnen konkrete Strategien, wie man sein Geld krisenfest macht.
Die Lage an den Märkten: Zwischen Zinswende und Schuldenberg
Helen Windischbauer, Chefökonomin bei Amundi Deutschland, und Börsenprofi Carola Ferstl analysierten die aktuelle Situation. „Die Zinswende ist da, aber die Unsicherheit bleibt hoch“, so Windischbauer. Der Schuldenberg der USA und die Angst vor einem Börsencrash belasten die Märkte. Ferstl ergänzt: „Viele Anleger sind verunsichert, aber Panik ist der falsche Ratgeber.“
Strategie 1: Breite Streuung und Qualitätstitel
Die erste Empfehlung der Expertinnen: Setzen Sie auf breite Streuung. „Ein diversifiziertes Portfolio ist das A und O in Krisenzeiten“, betont Windischbauer. Sie rät zu einem Mix aus Aktien, Anleihen und Rohstoffen. Ferstl empfiehlt zudem Qualitätstitel: „Unternehmen mit soliden Bilanzen und starken Geschäftsmodellen überstehen Krisen besser.“
Strategie 2: Zins-Comeback nutzen
Das Comeback der Zinsen bietet neue Chancen. „Festverzinsliche Anlagen sind wieder attraktiv“, sagt Windischbauer. Anleger sollten Staatsanleihen und Unternehmensanleihen mit guter Bonität prüfen. Ferstl warnt jedoch: „Nicht blind auf die höchsten Zinsen schielen – das Risiko steigt mit der Rendite.“
Strategie 3: Krisenfest durch defensive Aktien
Defensive Sektoren wie Gesundheitswesen, Versorger und Basiskonsumgüter sind laut Ferstl krisenfester. „Diese Branchen sind weniger konjunkturanfällig. In unsicheren Zeiten bieten sie Stabilität“, so die Börsenprofi. Windischbauer ergänzt: „Auch Dividendenaktien sind eine gute Wahl – sie liefern regelmäßige Erträge, selbst wenn die Kurse schwanken.“
Strategie 4: Gold und andere sichere Häfen
Gold bleibt ein klassischer sicherer Hafen. „In Krisenzeiten steigt die Nachfrage nach Gold“, erklärt Windischbauer. Auch andere Edelmetalle und Rohstoffe könnten helfen, das Portfolio zu stabilisieren. Ferstl rät jedoch: „Gold sollte nur einen kleinen Teil des Portfolios ausmachen – maximal zehn Prozent.“
Fazit: Ruhig bleiben und langfristig denken
Die Expertinnen sind sich einig: Anleger sollten nicht in Panik verfallen, sondern strategisch vorgehen. „Der Schlüssel ist eine durchdachte Anlagestrategie, die zu den eigenen Zielen und der Risikobereitschaft passt“, sagt Windischbauer. Ferstl fügt hinzu: „Wer langfristig denkt und auf Qualität setzt, kann auch in turbulenten Zeiten ruhig schlafen.“



