Spar-Ticker: Weitere Banken erhöhen Tagesgeld- und Festgeld-Zinsen nach EZB-Leitzinserhöhung
Spar-Ticker: Banken erhöhen Tagesgeld- und Festgeld-Zinsen

Knapp zwei Wochen nach der Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf 2,25 Prozent ziehen weitere Geldhäuser bei den Konditionen für Tagesgeld und Festgeld nach. Sparerinnen und Sparer haben derzeit eine breite Palette an attraktiven Angeboten, wobei die besten Tagesgeldzinsen bei 4,05 Prozent pro Jahr und die besten Festgeldzinsen bei 3,5 Prozent pro Jahr liegen. Die Wahl der richtigen Sparform hängt jedoch nicht nur vom Zinssatz ab, sondern auch von der geplanten Anlagedauer und der benötigten Flexibilität.

Opel Bank, Hanseatic Bank und weitere erhöhen die Zinsen

Die EZB hatte am 17. Juni den Leitzins von 2,0 auf 2,25 Prozent angehoben. Viele Banken hatten bereits im Vorfeld reagiert, andere zogen zeitverzögert nach. Aktuell gibt es mehrere neue Zinserhöhungen sowohl im Tagesgeld- als auch im Festgeldbereich.

Im Tagesgeldsegment liegt die Bigbank mit 4,05 Prozent pro Jahr für vier Monate an der Spitze. Die BBVA hat ihren Zins von 3,0 auf 3,5 Prozent für sechs Monate erhöht, mit einem Anschlusszins von bis zu 2,75 Prozent. Die Opel Bank bietet Neukunden nun 3,42 Prozent für drei Monate (zuvor 3,31 Prozent), Bestandskunden erhalten 1,35 Prozent. Die Targobank steigerte ihren Aktionszins von 2,8 auf 3,25 Prozent für vier Monate, danach fällt der Zins jedoch auf 0,6 Prozent.

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Im Festgeldbereich bietet die Hanseatic Bank bei einer Laufzeit von drei Jahren bis zu 3,11 Prozent, die Kommunalkredit Invest zahlt für Laufzeiten von vier bis zehn Jahren 3,0 Prozent bei einem Mindestanlagebetrag von 10.000 Euro. Die J&T Direktbank führt die Rangliste mit 3,5 Prozent für zehn Jahre an und hat den Zins für ein Jahr auf 3,05 Prozent angehoben.

Postbank startet neue Tagesgeld-Aktion

Die Postbank, eine Tochter der Deutschen Bank, hat eine neue Tagesgeldaktion aufgelegt. Neukunden sowie Bestandskunden erhalten 3,2 Prozent Zinsen pro Jahr für sechs Monate, sofern sie neues Geld in Höhe von mindestens 2.500 Euro bis zum 10. August 2026 einzahlen. Der Aktionszeitraum läuft vom 15. August 2026 bis zum 14. Februar 2027. Der Basiszinssatz beträgt 0,75 Prozent, der maximale Anlagebetrag liegt bei 250.000 Euro. Die Einlagensicherung beträgt 100.000 Euro pro Kunde in Deutschland.

Die VW Bank bietet ebenfalls 3,1 Prozent für ein halbes Jahr, jedoch ohne Mindest- oder Höchstbetrag und mit sofortiger Verzinsung. Beide Angebote können nicht mit den Spitzenreitern mithalten: Die Bigbank führt mit 4,05 Prozent für vier Monate, gefolgt von der Norisbank, der Crédit Agricole und Chase, die jeweils 4,0 Prozent bieten.

Weitere Zinserhöhungen im Überblick

Laut einer Analyse von Barkow Consulting liegen die Top-Tagesgeldangebote derzeit so weit über dem Leitzins wie nie zuvor. Zu den neuen oder verbesserten Tagesgeldaktionen zählen die Bigbank (4,05 Prozent für vier Monate, Anschlusszins 2,25 Prozent), die Crédit Agricole (4,0 Prozent bis 31. Januar 2027), die Stellantis Bank (3,52 Prozent für drei Monate), die Opel Bank (3,31 Prozent für drei Monate), die Umweltbank (3,0 Prozent für drei Monate, dann 1,75 Prozent für weitere drei Monate) sowie Trade Republic (2,25 Prozent variabel).

Im Festgeldbereich haben mehrere Banken ihre Konditionen verbessert. Die besten Zinsen gibt es bei mittleren bis langen Laufzeiten: Hamburg Direct Bank (3,0 Prozent für fünf Jahre), Klarna (3,0 Prozent für vier Jahre), Stellantis Bank (3,1 Prozent für zwei Jahre), Hoistspar (3,11 Prozent für zwei Jahre), Hanseatic Bank (3,0 Prozent für zwei Jahre) und Opel Direktbank (3,1 Prozent für zwei Jahre).

Bigbank setzt sich an die Spitze der Tagesgeldangebote

Die estnische Bigbank hat ihr Tagesgeldangebot auf 4,05 Prozent pro Jahr für vier Monate verbessert und liegt damit vor der Norisbank, Crédit Agricole und Chase, die jeweils 4,0 Prozent bieten. Der Anschlusszins beträgt 2,25 Prozent, der maximale Anlagebetrag liegt bei 250.000 Euro. Die Zinsauszahlung erfolgt jährlich zum 31. Dezember. Die Einlagensicherung beträgt 100.000 Euro pro Kunde in Estland, das von Standard & Poor‘s mit der Bonitätsnote A+ bewertet wird. Sparer sollten beachten, dass die Bigbank die Zinsen brutto auszahlt, also ohne Abzug von Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Die Erträge müssen in der Steuererklärung angegeben werden.

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Commerzbank und Trade Republic passen Zinsen an

Die Commerzbank hat ihren Tagesgeldzins für Neukunden von 1,7 auf 2,25 Prozent pro Jahr erhöht. Das Angebot gilt für eine Produktlaufzeit von zwölf Monaten, der Basiszinssatz beträgt 0,75 Prozent. Der maximale Anlagebetrag liegt bei einer Million Euro. Die Commerzbank profitiert von der deutschen Einlagensicherung, die als besonders sicher gilt. Trade Republic hat den Zins auf nicht investiertes Guthaben nach der EZB-Entscheidung von 2,0 auf 2,25 Prozent angehoben. Die Auszahlung erfolgt monatlich, der Maximalbetrag ist unbegrenzt. Allerdings behält sich Trade Republic vor, Teile des Kapitals in Geldmarktfonds zu investieren.

Crédit Agricole bietet 4,0 Prozent mit langer Zinsgarantie

Die französische Crédit Agricole bietet 4,0 Prozent Zinsen auf das Tagesgeld bis zum 31. Januar 2027, was bei sofortiger Kontoeröffnung einer Garantie von mehr als sieben Monaten entspricht. Der Anlagebetrag ist auf 10.000 Euro begrenzt, die Zinsauszahlung erfolgt jährlich. Sparer müssen ein Girokonto bei der Bank eröffnen. Die Einlagensicherung beträgt 100.000 Euro pro Kunde in Frankreich. Da die Bank die Zinsen brutto auszahlt, müssen die Erträge in der Steuererklärung angegeben werden.

Festgeld- und Tagesgeldzinsen steigen vor EZB-Entscheidung

Bereits vor der Leitzinserhöhung waren die Zinsen für Sparprodukte gestiegen. Laut einer Erhebung von Verivox lag der durchschnittliche Zins für ein Festgeld mit zwei Jahren Laufzeit bei etwa 2,34 Prozent, ein Anstieg von 0,07 Prozentpunkten gegenüber Mai und 0,34 Prozentpunkten im Jahresvergleich. Beim Tagesgeld stieg der Durchschnittszins für Bestandskunden um 0,02 Prozentpunkte auf 1,34 Prozent. Neukunden können jedoch deutlich höhere Erträge erzielen. Oliver Maier von Verivox kommentierte: „Aufgrund der schon lange sehr niedrigen Tagesgeldzinsen bei Sparkassen und Volksbanken dürften viele Kunden ihre Ersparnisse in der Vergangenheit zu Banken mit höheren Zinsen abgezogen haben. Nun würden einige der Banken versuchen, abgeflossene Gelder mit hohen Aktionszinsen zurückzugewinnen. Wenn sie diese Einlagen dauerhaft im eigenen Haus halten wollen, müssen sie den betreffenden Kunden wohl auch über den Aktionszeitraum hinaus ein attraktiveres Zinsangebot als bisher unterbreiten.“

Im Festgeldbereich bieten einige Banken über drei Prozent Zinsen, darunter die SWK Bank mit 3,5 Prozent für sechs Monate und die J&T Direktbank mit 3,5 Prozent für zehn Jahre. Die Pbb direkt hat ihren Zins für fünf Jahre auf 3,3 Prozent erhöht.

Postbank und Deutsche Bank starten Festgeld-Aktion

Die Deutsche Bank und die Postbank haben erneut die „Festzinssparen“-Aktion gestartet. Sparer erhalten 2,7 Prozent Zinsen für ein Jahr bei einer Mindestanlage von 2.500 Euro und einem Höchstbetrag von 250.000 Euro. Das Geld darf nicht von Konten oder Depots der Deutsche-Bank-Gruppe stammen. Eine Kündigung muss drei Monate vor Laufzeitende erfolgen, andernfalls wird das Geld automatisch für ein weiteres Jahr angelegt. Mit 2,7 Prozent liegen die Institute 0,3 Prozentpunkte hinter den besten Angeboten für ein Jahr, wie der VW Bank mit 3,0 Prozent und deutscher Einlagensicherung.

Renault Bank erhöht Tagesgeldzinsen deutlich

Die Renault Bank hat die Tagesgeldzinsen für Neukunden von 3,0 auf 3,5 Prozent für drei Monate angehoben. Der variable Anschlusszins stieg von 1,8 auf 2,0 Prozent. Der maximale Anlagebetrag für den Aktionszins beträgt 250.000 Euro. Die Renault Bank liegt damit hinter den Spitzenreitern Norisbank und Chase, bietet aber einen vergleichsweise hohen Anschlusszins.