Die Schweizer Nationalmannschaft hat zum ersten Mal seit 1954 das Viertelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft erreicht. Im Achtelfinale setzte sich das Team von Trainer Murat Yakin nach einem 0:0 nach Verlängerung im Elfmeterschießen gegen Kolumbien durch. Matchwinner war Torwart Gregor Kobel, der zwei Elfmeter parierte und damit den entscheidenden Vorteil brachte.
Ein historischer Erfolg für die Schweiz
Der letzte Viertelfinaleinzug der Schweiz liegt 72 Jahre zurück. 1954 war das Team bei der Heim-WM bis ins Viertelfinale gekommen, scheiterte dann aber an Österreich. Nun gelang der erneute Sprung unter die letzten acht Teams der Welt. „Das ist ein unglaublicher Moment für uns alle“, sagte Kobel nach dem Spiel. „Wir haben über 120 Minuten gekämpft und uns diesen Erfolg verdient.“
Die Partie war geprägt von einer defensiven Taktik beider Mannschaften. Kolumbien verweigerte über weite Strecken offensiv die Arbeit und konzentrierte sich auf Konter. Die Schweiz hatte mehr Ballbesitz, fand aber kaum Lücken in der Abwehrreihe der Südamerikaner. So blieb es torlos bis zum Ende der Verlängerung.
Elfmeterdrama mit Happy End für die Schweiz
Im Elfmeterschießen zeigte dann Kobel seine Klasse. Der 27-jährige Torwart von Borussia Dortmund hielt die Schüsse von James Rodríguez und Juan Cuadrado und avancierte zum Helden. Auf Schweizer Seite verwandelten unter anderem Rubén Vargas und Manuel Akanji ihre Elfmeter sicher. „Ich habe mich gut vorbereitet und wusste, wohin die Schützen schießen würden“, erklärte Kobel seine Paraden.
Für Manuel Akanji war der verwandelte Elfmeter eine besondere Genugtuung. Der Innenverteidiger von Manchester City hatte bei der EM 2021 im Elfmeterschießen gegen Spanien verschossen und war danach schwer kritisiert worden. „Das war eine mentale Bürde, die ich heute abwerfen konnte“, sagte Akanji. „Aber ohne meine Teamkollegen und den Trainer wäre das nicht möglich gewesen.“
Nächster Gegner: England oder Frankreich
Im Viertelfinale trifft die Schweiz nun auf den Sieger der Partie zwischen England und Frankreich. „Egal wer kommt, wir werden uns gut vorbereiten und alles geben“, kündigte Trainer Murat Yakin an. Die Schweiz hat sich mit diesem Erfolg endgültig als Überraschungsteam des Turniers etabliert. Die Fans in der Heimat feierten den historischen Erfolg bereits ausgelassen.
Statistisch gesehen ist die Schweiz das erste Team seit 1990, das ohne Gegentor in der regulären Spielzeit ins Viertelfinale einzieht. Die Defensive um Kobel und Akanji steht bisher erstklassig. Offensiv hapert es noch, aber der Erfolg gibt dem Team Auftrieb für die nächste Runde.



