Bundestag beschließt Tankrabatt: Alle Fakten zur Entlastung
Bundestag beschließt Tankrabatt: Das müssen Sie wissen

Bundestag beschließt Tankrabatt: Alle Fakten zur Entlastung

Die Koalition will die Belastungen durch den Iran-Krieg abfedern: Der Bundestag hat den Tankrabatt und die steuerfreie Entlastungsprämie verabschiedet. Der Bundesrat befasst sich noch am selben Tag mit dem Tankrabatt, die Prämie folgt am 8. Mai. Ab 1. Mai soll Sprit günstiger werden – befristet auf zwei Monate. Hier ein Überblick.

Wie stark sinkt die Steuer und wie lange?

Die Energiesteuern auf Diesel und Benzin sinken um 14,04 Cent pro Liter, orientiert an der Mindestbesteuerung von Diesel. Da auf die wegfallende Energiesteuer auch keine Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich eine Steuerreduzierung von insgesamt 16,7 Cent. Die Maßnahme gilt vom 1. Mai bis Ende Juni.

Ab wann wird Sprit billiger?

Voraussichtlich sinken die Preise am 1. Mai um Mitternacht oder in den frühen Morgenstunden deutlich. Dies liegt vor allem an den Erwartungen der Kunden. Der meiste Sprit in der ersten Phase ist noch mit der normalen Steuer belegt, da die Energiesteuer bei Lieferung an die Tankstelle fällig wird. Die Branche beklagt Belastungen, kann aber am Ende des Rabatts von niedrig versteuerten Restbeständen profitieren – wie 2022.

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Sinkt der Preis um die vollen 16,7 Cent?

„Es ist nicht davon auszugehen, dass die Preise am 1. Mai um Mitternacht sofort um die vollen 16,7 Cent sinken“, sagt ADAC-Experte Christian Laberer. Die Preise fallen sukzessive, wie 2022. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie kündigt an, die volle Steuerersparnis weiterzugeben, weist aber auf mögliche Überlagerungen hin.

Wird der Sprit so billig wie vor dem Krieg?

Voraussichtlich nicht. Vor Kriegsausbruch kostete Super E10 1,778 Euro, Diesel 1,746 Euro. Aktuell liegen die Preise bei 2,074 Euro (E10) und 2,150 Euro (Diesel) – rund 30 bzw. 40 Cent mehr. Bei schneller Weitergabe könnte E10 am 1. Mai unter 2 Euro fallen.

Wie viel bringt der Rabatt dem Durchschnittsfahrer?

Ein durchschnittlicher Diesel fährt 17.000 km pro Jahr, Verbrauch 7 Liter/100 km: Ersparnis rund 33 Euro in zwei Monaten. Ein Benziner mit 9.500 km und 8 Litern/100 km spart gut 21 Euro.

Drohen lange Schlangen oder Engpässe?

Tankstellen gehen mit geringen Lagerbeständen in den Mai, um schnell auf niedrig versteuerten Sprit umzusteigen. Autofahrer tanken vor dem 1. Mai weniger, was zu erhöhtem Bedarf führt. Der Tankstellenverband bft warnt vor Engpässen, der ADAC rechnet nicht mit nennenswerten Problemen. „Es ist möglich, dass sich einzelne Tankstellen verkalkulieren, aber kein Massenphänomen“, so Laberer.

Was passiert bis zum 1. Mai?

2022 stiegen die Preise vor dem Rabatt deutlich. „Es ist möglich, dass das auch dieses Mal wieder passiert“, sagt Laberer. Nach Ostern fielen die Preise, zeigten am Donnerstag aber wieder leicht nach oben.

Was kostet das alles und wer bezahlt?

Dem Staat entgehen rund 1,6 Milliarden Euro – halb so viel wie 2022, da der Rabatt nur zwei Monate gilt und die Steuerreduzierung geringer ist.

Wer profitiert?

Autofahrer mit Verbrennern tanken günstiger, besonders Vielfahrer mit hohem Verbrauch. Elektroautofahrer und Menschen ohne Auto profitieren nicht direkt. Die Wirtschaft wird entlastet, da auch Lkw-Sprit billiger wird. Die Mineralölindustrie könnte profitieren, wenn der Rabatt nicht voll weitergegeben wird – wie 2022.

Was hat es mit der Krisenprämie auf sich?

Arbeitgeber können bis 30. Juni 2027 eine steuerfreie „Entlastungsprämie“ von bis zu 1.000 Euro zahlen. Sie ist freiwillig, Wirtschaftsverbände reagieren zurückhaltend. Gewerkschaften warnen vor Ersatz für Tariferhöhungen. Der Staat verliert bis zu 2,8 Milliarden Euro, gegenfinanziert durch eine Tabaksteuererhöhung.

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