Bayerns Brauer-Chef: „Bierkiste sollte 25 Euro kosten“
Bayerns Brauer-Chef: Bierkiste für 25 Euro?

Georg Schneider (60), Chef von Schneider Weisse aus Kelheim, war zehn Jahre lang Präsident des Bayerischen Brauerbundes. Nun gibt er sein Ehrenamt ab und zieht Bilanz. Im Gespräch mit der AZ fordert er unter anderem, dass eine Kiste Bier mindestens 25 Euro kosten sollte.

Abschied vom Brauerbund

Im Mai endet Schneiders Amtszeit als Präsident des Bayerischen Brauerbundes. Eigentlich sollte sein designierter Nachfolger Christoph Kämpf aus Straubing das Amt übernehmen, doch dieser verstarb überraschend. So verlängerte Schneider um ein Jahr. Nun steht ein Neuanfang an: Gemeinsam mit seiner Frau wird er das Hotel Post in Nesselwang im Allgäu führen, ein kleines Haus mit 20 Zimmern. „Ich bin dann der Hausl“, sagt Schneider lachend.

Krisen und Herausforderungen

Seine Amtszeit war von zahlreichen Krisen geprägt: das Attentat am Olympia-Einkaufszentrum 2016, die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg mit der Energiekrise und der Wegfall des Russland-Geschäfts. „Ich kam nicht aus dem Krisenmodus heraus“, so Schneider. Trotz sinkender Bierabsätze ist er überzeugt: „Bier ist ein fröhliches Produkt, das die Menschen zusammenbringt.“

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Bierpreis und Zukunft der Brauereien

Schneider fordert höhere Bierpreise: „Bei einem mittelständischen Unternehmen müsste die Kiste Bier mindestens 25 Euro kosten.“ Der Wettbewerb unter den rund 600 bayerischen Brauereien verhindere jedoch eine Preiserhöhung. Er prognostiziert, dass die Zahl der Braustätten in zehn Jahren sinken wird. Kooperationen bei Abfüllanlagen oder Fuhrparks könnten helfen, die lokale Bierkultur zu erhalten.

Dry January und Oktoberfest

Schneider kritisiert den „Dry January“ als amerikanischen Trend. „Wir haben in Bayern eine Fastenzeit – die sollte man ernst nehmen“, sagt er. Zur Diskussion um einen Eintrittspreis für das Oktoberfest äußert er sich gelassen: „Der Gegenwind war super – zwei Wochen lang wurde ich zitiert.“ Er argumentiert, dass steigende Kosten für Sicherheitskonzepte anders verteilt werden müssten.

Übernahmen und Expansion

Schneider Weisse hat die Markenrechte der Weltenburger Brauerei und der Brauerei Bischofshof übernommen. „Wir wollten eine bayerische Lösung, kein ausländischer Großkonzern“, erklärt Schneider. An Weltenburger werde sich wenig ändern, der Braumeister bleibe. Bischofshof werde als lokale Marke für Regensburg weitergeführt. Weitere Expansionspläne habe man nicht.

Blick in die Zukunft

Trotz aller Herausforderungen blickt Schneider optimistisch in die Zukunft: „Bier ist etwas Fantastisches – damit gehen wir auch in die Zukunft.“ Er appelliert an die Branche, zusammenzuarbeiten und die Tradition zu bewahren.

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