Das US-Militär hat nach eigenen Angaben Angriffe gegen Ziele im Iran durchgeführt. Die Operation fand trotz einer zuvor vereinbarten Waffenruhe statt und diente der Vergeltung für die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte.
Hintergrund der Militäraktion
Der Angriff auf den Frachter ereignete sich am Donnerstag im Golf von Oman. Nach Angaben des US-Militärs handelte es sich um einen gezielten Angriff, der von iranischen Kräften ausgeführt worden sei. Die genauen Umstände und das Ausmaß der Schäden an dem Frachtschiff wurden zunächst nicht näher spezifiziert.
Als Reaktion darauf ordnete die US-Führung Luftangriffe auf militärische Einrichtungen im Iran an. „Die Angriffe zielten auf Einrichtungen, die von den iranischen Revolutionsgarden genutzt werden“, erklärte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. „Wir werden nicht zulassen, dass Angriffe auf unsere Schiffe oder die unserer Verbündeten unbeantwortet bleiben.“
Waffenruhe gebrochen?
Die US-Angriffe erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem international eine Waffenruhe vereinbart worden war. Diese war nach wochenlangen Verhandlungen unter Vermittlung der Vereinten Nationen zustande gekommen. Die US-Regierung betonte jedoch, dass die Waffenruhe nicht für Vergeltungsaktionen gelte, wenn eigene Streitkräfte angegriffen würden.
„Die Waffenruhe ist ein wichtiger Schritt, aber sie bedeutet nicht, dass wir uns nicht verteidigen dürfen“, sagte ein hochrangiger US-Diplomat. Die iranische Seite wies die US-Darstellung zurück und sprach von einer „ungerechtfertigten Eskalation“. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums kündigte an, man werde „angemessen reagieren“.
Internationale Reaktionen
Die Militäraktion löste international gemischte Reaktionen aus. Während die USA von einigen Verbündeten Unterstützung erhielten, warnten andere Länder vor einer weiteren Eskalation in der Region. Die Europäische Union rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. „Wir appellieren an alle Parteien, die Waffenruhe zu respektieren und eine weitere Eskalation zu vermeiden“, erklärte ein EU-Sprecher.
Russland verurteilte die US-Angriffe scharf. „Dies ist ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht und die vereinbarte Waffenruhe“, hieß es aus dem russischen Außenministerium. China forderte eine sofortige Deeskalation und rief zu diplomatischen Gesprächen auf.
Auswirkungen auf die Region
Die Angriffe haben die ohnehin angespannte Lage im Nahen Osten weiter verschärft. Der Golf von Oman, wo der Frachterangriff stattfand, ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den globalen Öltransport. Nach Angaben von Experten könnte die Eskalation zu einem Anstieg der Ölpreise führen. Analysten der Internationalen Energieagentur (IEA) warnten vor einer Beeinträchtigung der Lieferketten, falls die Spannungen weiter zunähmen.
Die USA haben ihre Militärpräsenz in der Region verstärkt. Ein Sprecher des US-Zentralkommandos (CENTCOM) bestätigte, dass zusätzliche Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge in den Golf entsandt worden seien. „Wir sind bereit, weitere Angriffe abzuwehren und unsere Interessen zu schützen“, sagte der Sprecher.



