In Venezuela haben zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 große Zerstörungen angerichtet. Die US-Geologiebehörde USGS geht in einer ersten Schätzung von 10.000 bis 100.000 Todesopfern aus. Offiziell bestätigte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez bislang 32 Tote. Die Regierung rief den Notstand aus und sprach von enormen Schäden. Der Zugverkehr wurde landesweit eingestellt, der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas musste wegen Beschädigungen geschlossen werden.
Videos in sozialen Netzwerken zeigen Ausmaß der Zerstörung
In sozialen Medien kursieren Aufnahmen von eingestürzten Gebäuden und Panik am Flughafen. Verängstigte Menschen versuchten, sich in Sicherheit zu bringen, während der Boden bebte und Staubwolken aufstiegen. Die genaue Zahl der Verschütteten ist noch unklar.
Internationale Hilfe wird koordiniert
Das US-Außenministerium richtete einen Krisenstab ein, um in Abstimmung mit der venezolanischen Regierung Such- und Rettungsteams sowie humanitäre und medizinische Hilfe zu entsenden. Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, kündigte auf der Plattform X an, 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereitzustellen, die nach Caracas gebracht werden sollen. Auch der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, erklärte, spezialisierte Such- und Rettungsteams der Streitkräfte würden am Morgen nach Venezuela aufbrechen. Brasilien signalisierte ebenfalls Hilfsbereitschaft. Rodríguez zufolge boten auch weitere Staaten Unterstützung an.
Innenminister warnt vor Nachbeben
„Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun“, sagte Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello im Fernsehen. Er rief die Bevölkerung auf, an sicheren Orten zu bleiben, und warnte vor Nachbeben, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten.



