Zwei schwere Erdbeben haben Venezuela erschüttert. Nach bisherigen Erkenntnissen kamen mindestens 32 Menschen ums Leben, rund 700 wurden verletzt. Die automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte geht jedoch von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit von am Ende mehr als tausend Todesopfern aus. Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Verschütteten, der Notstand wurde ausgerufen, der Zugverkehr eingestellt und der internationale Flughafen von Caracas wegen Schäden geschlossen.
Die Ereignisse zeigen, wie plötzlich ein Erdbeben alles verändern kann und wie wichtig es ist, in den entscheidenden Sekunden richtig zu reagieren. Das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen Aktion Deutschland Hilft e. V. gibt auf seiner Website Verhaltensempfehlungen. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet wertvolle Tipps. Wer sich in einem erdbebengefährdeten Gebiet aufhält, sollte zudem die Internetseiten der deutschen Botschaften konsultieren.
Richtiges Verhalten im Freien
Ruhe bewahren ist überlebenswichtig. Panik führt zu unüberlegten Handlungen und erhöht das Risiko für sich und andere. Im Freien sollte man eine offene Fläche suchen, fern von Gebäuden, Brücken, Tunneln und Bäumen, die einstürzen könnten. Auf einer offenen Fläche hockt man flach auf dem Boden und verschränkt die Arme über dem Kopf, um das Risiko von Trümmern oder Glassplittern zu minimieren. In Küstennähe ist es wichtig, auf höher gelegene Orte zu flüchten, da Erdbeben im Meer Tsunamis auslösen können.
Schutz in Gebäuden
Befindet man sich während des Bebens in einem Gebäude, sucht man Schutz unter einem stabilen Tisch oder in einem stabilen Türrahmen. Fenster, Spiegel und Glasgegenstände sollten gemieden werden, um Verletzungen durch Splitter zu vermeiden. Man bleibt in der Schutzhaltung, bis das Beben nachlässt. Aufzüge dürfen nicht benutzt werden; Fluchtwege führen über die Treppen.
Verhalten im Auto
Im Auto parkt man am Straßenrand, hält den Weg für Rettungsfahrzeuge frei und achtet darauf, dass das Fahrzeug nicht von herabstürzenden Mauern oder Decken beschädigt wird. Das Autoradio sollte eingeschaltet werden, um aktuelle Entwicklungen zu verfolgen. Sobald das Beben vorüber ist, kann man weiterfahren.
Nach dem Erdbeben: Gefahren erkennen und handeln
Nach dem Erdbeben leistet man Erste Hilfe bei Verletzten. Gas, Strom und Wasser sollten abgeschaltet werden, falls Lecks oder Beschädigungen vermutet werden. Radio oder offizielle Warnmeldungen auf dem Handy halten über die Lage und mögliche Evakuierungen informiert. Notrufe haben Vorrang; Telefonleitungen sollten nicht unnötig blockiert werden.
Notausrüstung: Vorsorge ist der beste Schutz
Eine gute Vorbereitung kann den entscheidenden Unterschied machen. Wichtige Utensilien wie Reisepass, Bargeld, Smartphone und Medikamente sollten stets griffbereit sein. Ein Erste-Hilfe-Kit sowie ein Notfallkit mit Wasser, Lebensmitteln, Taschenlampe und Batterien sind lebensrettend, falls die Versorgung unterbrochen wird. Im Urlaub mit Freunden oder Familie an einem erdbebengefährdeten Ort sollten alle Reisenden frühzeitig mit den Verhaltensregeln vertraut gemacht werden. Bereits bei der Ankunft in der Unterkunft sollte man sich über die Fluchtwege informieren.
Dieser Artikel erschien erstmals im Februar 2025 und wurde aktualisiert.



