Kapitän Ryan Mendes von Kap Verde steht im Zentrum schwerer Vorwürfe: Eine brasilianische Dolmetscherin wirft ihm vor, sie nach einem Testspiel in Neuseeland vergewaltigt zu haben. Die neuseeländische Polizei bestätigte die Ermittlungen, wartet jedoch noch auf ein forensisches Gutachten, bevor über eine Anklage entschieden wird.
Vorfall nach Testspiel gegen Chile
Der Vorfall ereignete sich am 27. März 2026, nachdem Kap Verde ein Testspiel gegen Chile mit 2:4 verloren hatte. Die Dolmetscherin war vom neuseeländischen Fußballverband engagiert worden, um das kapverdische Team zu betreuen. Laut ihrer Aussage wurde sie nach dem Spiel in einen für das Team reservierten Raum gebeten, wo sie übersetzen sollte. Stattdessen stellte sich heraus, dass es sich um eine private Zusammenkunft handelte, woraufhin sie den Raum verließ.
Kurz darauf klopfte Mendes an ihre Zimmertür. Sie behauptet, dass er gewaltsam eindrang, sie körperlich angriff und vergewaltigte. Noch im Hotel fotografierte sie Verletzungen an Mund, Hals und Bein. Ein forensisches Gutachten dokumentierte mehrere Hämatome.
Ermittlungen der neuseeländischen Polizei
Die neuseeländische Polizei bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters, dass eine Anzeige untersucht wird, die am 10. April 2026 in der Region Zentral-Auckland einging. Die Ermittler haben bereits Aufnahmen der Hotel-Überwachungskameras ausgewertet und warten auf die Ergebnisse der forensischen Untersuchung. Erst dann wird über eine Anklage entschieden.
Zuvor hatte sich die Dolmetscherin Medienberichten zufolge an Funktionäre des kapverdischen Verbands gewandt, ohne dass etwas unternommen wurde. Die FIFA erklärte, man stehe in Kontakt mit den neuseeländischen Behörden und nehme Hinweise auf Fehlverhalten „äußerst ernst“.
Weitere Fälle sexueller Gewalt bei der WM
Mendes ist nicht der einzige WM-Teilnehmer, gegen den schwere Vorwürfe sexueller Gewalt erhoben werden. Thomas Partey, Mittelfeldspieler des ghanaischen Teams, wurde vor dem ersten Spiel seines Teams die Einreise nach Kanada verweigert. In London läuft ein Gerichtsverfahren gegen ihn; ihm wird vorgeworfen, im Dezember 2020 eine Frau zweimal vergewaltigt zu haben. In den Gruppenspielen war er dennoch dabei, wurde aber bei jedem Ballkontakt ausgebuht. England-Profi Djed Spence verweigerte ihm den üblichen Handschlag.
Marokkos Achraf Hakimi muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten. Eine 24-jährige Frau hatte 2023 angegeben, von ihm vergewaltigt worden zu sein. Das Berufungsgericht Versailles bestätigte eine Prozessanordnung gegen den 27-Jährigen. Medienberichten zufolge soll Hakimi versucht haben, einen Prozess zu verhindern. Er bestreitet die Anschuldigungen.
Kap Verdes WM-Märchen unter Schatten
Bislang galt der WM-Auftritt des Neulings Kap Verde als Fußballmärchen. Die Mannschaft ärgerte Favorit Spanien (0:0) und spielte sich dank drei Remis ungeschlagen ins Sechzehntelfinale. Dort trifft sie am Samstag um 0 Uhr deutscher Zeit auf Weltmeister Argentinien. Die Vorwürfe gegen Kapitän Mendes überschatten nun den Erfolg.



