Schwere Erdbeben erschüttern Venezuela: Mindestens 188 Tote
Zwei schwere Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 haben Venezuela am Mittwochabend gegen 18 Uhr Ortszeit erschüttert. Nach offiziellen Angaben vom 25. Juni, 22 Uhr, kamen mindestens 188 Menschen ums Leben. Die Behörden befürchten jedoch, dass die Opferzahl noch deutlich steigen könnte – Experten rechnen mit Tausenden, möglicherweise sogar Zehntausenden Toten.
Die Erdbeben ereigneten sich an einem Feiertag, weshalb sich viele Menschen zu Hause oder im Freien aufhielten. Dies könnte die hohe Zahl an Opfern in Wohngebieten erklären. Seitdem gab es mehrere teils schwere Nachbeben, die die Rettungsarbeiten erschweren.
Satellitenbilder zeigen das Ausmaß der Zerstörung
Die Lage im Katastrophengebiet ist unübersichtlich, verlässliche Informationen sind Mangelware. Satellitenaufnahmen liefern nun einen Eindruck von der Verwüstung. An der Playa Puerto Viejo, nördlich der Hauptstadt Caracas, wurden zahlreiche Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. Über Opfer dort ist noch nichts bekannt.
Ähnlich verheerend ist die Situation in der Stadt La Guaira. Dort sind viele Apartmentgebäude beschädigt oder vollständig zerstört. Vorher-Nachher-Vergleiche der Satellitenbilder zeigen, wie ganze Häuserzeilen in Schutt und Asche liegen.
Mindestens 250 Gebäude zerstört – auch Krankenhäuser betroffen
Insgesamt wurden nach aktuellem Stand mindestens 250 Gebäude durch die Erdbeben zerstört. Besonders betroffen ist die Region La Guaira, wo auch die Provinzhauptstadt mit rund 25.000 Einwohnern liegt. Doch nicht nur Wohngebäude sind betroffen: Laut Jorge Rodríguez, dem Präsidenten der Nationalversammlung von Venezuela, wurden acht Krankenhäuser, 20 Einkaufszentren und 68 öffentliche Infrastruktureinrichtungen beschädigt, darunter der Flughafen von Caracas. Rodríguez bezeichnete die Katastrophe als die schwerste Naturkatastrophe Venezuelas seit 30 Jahren.
Die Bilder der zerstörten Infrastruktur verdeutlichen die Herausforderungen für die Rettungskräfte. Viele Straßen sind unpassierbar, was die Versorgung der Überlebenden erschwert. Die Suche nach Verschütteten dauert an.
Internationale Hilfe läuft an
Angesichts der verheerenden Schäden hat Venezuela internationale Hilfe angefordert. Mehrere Länder haben bereits Unterstützung zugesagt. Die Rettungsarbeiten konzentrieren sich auf die am stärksten betroffenen Gebiete entlang der Küste und in Caracas. Die Behörden warnen vor weiteren Nachbeben und rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf.



