Schweizer Gletscherschwundtag 2025: Massive Eisverluste erwartet
Gletscherschwundtag 2025: Massive Eisverluste erwartet

Am Montag, dem 29. Juni 2025, haben die Schweizer Gletscher den sogenannten Gletscherschwundtag erreicht. Dies bedeutet, dass die Schneemenge, die im Winter hinzugekommen ist, durch Abschmelzen bereits vollständig verloren gegangen ist. Ab diesem Zeitpunkt zehren die Gletscher von ihrer Substanz. Die dürftigen Schneefälle und die frühen Hitzewellen haben diese Entwicklung beschleunigt.

Glaziologe Matthias Huss: Massive Eisverluste stehen bevor

„Es ist jetzt schon klar, dass die Gletscher wiederum massiv an Eis verlieren“, sagte Matthias Huss, Glaziologe an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), der Deutschen Presse-Agentur. „Wie viel, das sehen wir erst nach Abschluss der Messungen.“ Der Gletscherschwundtag liegt in diesem Jahr nur drei Tage später als im Rekordschmelzjahr 2022, als er am 26. Juni erreicht wurde. Damals verloren die Gletscher schweizweit innerhalb eines Jahres sechs Prozent ihrer Masse. Die endgültige Bilanz für das Jahr 2025 wird voraussichtlich Anfang Oktober veröffentlicht.

Einzige Rettung: Kühler Sommer mit Schneefällen

Nur ein sehr kühler Sommer mit Schneefällen in den Bergen könnte einen neuen Negativrekord bei den rund 1.400 Schweizer Gletschern verhindern, so Huss. „Früher gab es immer mal wieder solche Sommer. Nur wenig Neuschnee in einer kühleren Phase kann die Schmelze für ein paar Tage abstellen und hilft deutlich.“ Die Glaziologen bestimmen den Gletscherschwundtag unter anderem mit Hilfe von direkten Messungen auf den Gletschern sowie einem Berechnungsmodell, das täglich Schneemenge und -schmelze kalkuliert. Zusätzlich werden Wetterdaten, Satellitenbilder und Webcam-Aufnahmen herangezogen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Auswirkungen auf Flüsse und Umwelt

Das Schmelzwasser der Gletscher hilft zwar, sinkende Wasserstände und steigende Wassertemperaturen in Flüssen abzufedern, wie die ETH mitteilte. Allerdings gelte dies nur so lange, wie noch genügend Gletscherfläche vorhanden sei. Am stark geschrumpften Rhonegletscher im Kanton Wallis haben Naturschützer kürzlich mit einem Transparent für einen besseren Schutz des Gletschers demonstriert. Sie überreichten der Kantonsregierung eine Petition, die unter anderem den Abbau einer Eisgrotte für Touristen und die Entsorgung von weißen Matten fordert, die dort in einem kleinen Bereich helfen, das Eis für Touristen zu erhalten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration