Digitaler Euro: EU-Parlament ebnet Weg – Bargeld bleibt erhalten
Digitaler Euro: EU-Parlament ebnet Weg

Das EU-Parlament hat in dieser Woche die Weichen für die Einführung des digitalen Euro gestellt. Fachpolitiker sprachen sich für das Projekt aus, das lange umstritten war, nun aber auf eine solide Mehrheit hoffen kann. Der digitale Euro soll die elektronische Form der Gemeinschaftswährung werden und das Bargeld ergänzen, nicht ersetzen. Er soll überall im Euro-Raum einsetzbar sein – online wie offline, sicher und anonym.

Was ist der digitale Euro?

Der digitale Euro ist die elektronische Variante der Gemeinschaftswährung, herausgegeben von der Europäischen Zentralbank. Er soll das Bezahlen im gesamten Euro-Raum erleichtern und Europa unabhängiger machen von US-Finanzdienstleistern wie Visa oder Mastercard. Anders als Kryptowährungen wie Bitcoin soll er staatlich kontrolliert sein und die Währungssouveränität der EU stärken.

Nächste Schritte und Zeitplan

Nach der Abstimmung im Plenum des EU-Parlaments sollen im kommenden Monat Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaaten beginnen. Beide Gesetzgeber müssen den Rechtsrahmen schaffen, in dem sich die EZB bewegen kann. Ein Pilotprojekt ist für 2027 geplant, der reguläre Start für 2029. Der SPD-Abgeordnete Matthias Ecke betonte: „Europa verfügt bis heute über keine eigene digitale Zahlungsinfrastruktur. Der digitale Euro ist deshalb nicht nur ein neues Zahlungsmittel, sondern auch ein Projekt für mehr europäische Souveränität.“

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Nutzung für Verbraucher

Verbraucher werden den digitalen Euro über eine digitale Geldbörse („Wallet“) auf dem Smartphone nutzen können, die auch in Bank-Apps integrierbar sein soll. Die Nutzung soll für Privatleute kostenfrei sein, ebenso grundlegende Dienstleistungen wie Kontoeröffnung und Guthabenverwaltung. Ziel ist es, ein einheitliches europäisches Zahlungssystem zu schaffen, das grenzüberschreitende Zahlungen vereinfacht und die Abhängigkeit von US-Konzernen wie Visa, Mastercard, Apple oder PayPal reduziert.

Reaktionen aus Handel und Verbraucherschutz

Der Handel begrüßt die Pläne grundsätzlich, hat aber Bedenken wegen möglicher Zusatzkosten. Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, warnte: „Eine staatlich organisierte Zahlungsinfrastruktur sollte sich nicht an bestehenden, oft kostenintensiven privatwirtschaftlichen Verfahren orientieren. Das könnte die grundsätzlich positive Haltung des Handels zu den Plänen gefährden.“ Verbraucherschützer fordern, dass der digitale Euro kostenfrei, überall verfügbar, benutzerfreundlich und sicher sein müsse. Ramona Pop, Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, betonte: „Gleichzeitig muss Bargeld für alle Menschen zugänglich und nutzbar bleiben. Bargeld sollte überall akzeptiert werden.“

Bargeld bleibt erhalten

Trotz des digitalen Euro soll Bargeld nicht abgeschafft werden. In Deutschland hängen viele Menschen am Bargeld, obwohl weniger als die Hälfte aller Einkäufe noch mit Münzen und Scheinen bezahlt wird. Die Bundesbank betont bei jeder Gelegenheit, dass Bargeld nicht verschwinden werde. Auch das EU-Parlament hat sich für den Erhalt von Scheinen und Münzen ausgesprochen und zugleich eine Verordnung zur Stärkung des Bargelds auf den Weg gebracht.

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