Obamas Schwester Auma verkauft jetzt Luxus-Schmuck für Afrika
Auma Obama: Luxus-Schmuck für fairen Handel mit Afrika

Auma Obama (66), die ältere Schwester des früheren US-Präsidenten Barack Obama (64), weiß, dass ihr neues Projekt nicht überall Begeisterung auslösen wird. „Ich wage etwas und bin mir bewusst, dass ich dafür stark kritisiert werden kann“, sagt sie zu BILD. Warum wirbt ausgerechnet eine Frau, die seit Jahrzehnten für Bildung, Gerechtigkeit und einen neuen Blick auf Afrika kämpft, für Luxus-Schmuck?

Die Frage liegt auf der Hand. Schließlich geht es nicht um ein Schulprojekt, nicht um eine Stiftung, nicht um eine politische Initiative. Sondern um Ringe, Ohrringe und Edelsteine. Auma Obama lächelt kurz. Für sie ist das kein Widerspruch. „Ich setze jetzt in die Tat um, worüber ich immer schon gesprochen habe. Es geht um echtes, reales Handeln mit den afrikanischen Ländern. Das wäre die beste Entwicklungsarbeit, die man leisten kann, um den Menschen zu ermöglichen, in ihrer Heimat zu leben und dort Geld mit ihrer Arbeit zu verdienen.“

Partnerschaft statt Bevormundung

Seit Jahren wirbt die gebürtige Kenianerin für einen anderen Umgang mit Afrika. Weniger Helfer-Rhetorik, mehr wirtschaftliche Partnerschaft. Weniger gute Absichten, mehr gemeinsames Geschäft. „Partnerschaft statt Bevormundung. Man kann gut mit Afrika Geschäfte machen. Leider wird der afrikanische Kontinent ausgebeutet. Bodenschätze werden herausgeholt, veredelt wird anderswo, und der Gewinn bleibt nicht dort, wo der Wert entsteht. Genau hier setzt unser Schmuck-Projekt an.“

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Obama spricht ruhig, aber bestimmt. Es sind Sätze, die sie offenbar lange mit sich herumgetragen hat. „Wir brauchen echte wirtschaftliche Verhandlungen auf Augenhöhe. So wie Deutschland mit Frankreich Geschäfte macht, so müsste es auch mit Madagaskar oder Kenia verhandeln. Partnerschaftlich. Hart. Fair. Ohne Ausbeutung oder Helfer-Syndrom. Dafür echte Kooperationen und echter Handel. Man braucht Afrika in der Welt. Die Bodenschätze sind bei uns.“

Transparente Lieferkette aus Madagaskar

Für ihr Projekt arbeitet sie nach eigenen Angaben mit einer Mine in Madagaskar zusammen. Die Lieferkette sei transparent und rückverfolgbar. „Die Minenarbeiter sind fest angestellt, verdienen deutlich mehr als im lokalen Durchschnitt. Jeder Stein trägt den Namen seines Finders. Unsere Lieferkette ist wie ein Staffellauf. Einer beginnt, der nächste übernimmt und am Ende gewinnen wir alle.“

Wer Auma Obama zuhört, merkt schnell: Über Handel kann sie fast so leidenschaftlich sprechen wie andere Menschen über ihre Familie. Fast. Denn dann fällt ein Wort, das ihre Stimme sofort verändert. „Ich bin Oma. Seit zweieinhalb Jahren.“ Plötzlich geht es nicht mehr um Rohstoffe, Lieferketten oder Wirtschaftspolitik. „Ein Mädchen. Sie nennt mich Dina, das bedeutet in Westafrika Oma. Dort lebt meine Tochter mit ihrer Familie. Die kleine Achieng ist ein Sonnenschein. Ein ganz glückliches, zufriedenes Kind. Ich liebe es, Oma zu sein. Wir telefonieren täglich mit Videokamera.“

Ihre Tochter Akinyi (29) stammt aus Obamas inzwischen geschiedener Ehe mit dem britischen Unternehmer Ian Manners. „Als Mutter meiner Tochter Akinyi habe ich mein Bestes gegeben. Aber als Oma bin ich viel besser. Geduldiger. Gelassener.“ Es ist einer dieser Sätze, die Großmütter wahrscheinlich überall auf der Welt unterschreiben würden.

Obama Presidential Center in Chicago

Am 18. Juni wird Obama mit ihrer Tochter und ihrer Enkelin in Chicago sein. Im Jackson Park auf der South Side wird das Obama Presidential Center mit der Präsidenten-Bibliothek eingeweiht. „Bei allen Meilensteinen war und bin ich dabei“, sagt sie über ihren Bruder. Ob Barack Obama sich nach seiner Zeit als Präsident verändert habe? Auma Obama muss nicht lange überlegen. Sie schüttelt den Kopf. „Politik war sein Job. Das war nur ein Amt. Er war immer mein Bruder, und mit meinem Bruder rede ich ehrlich und offen über alles.“

Und noch auf etwas freut sich der ehemalige Präsident: Er wird erstmals die kleine Achieng kennenlernen.

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