Die anhaltende Trockenheit und ungewöhnlich hohe Temperaturen für die Jahreszeit lassen die Waldbrandgefahr in Deutschland dramatisch ansteigen. Besonders im Süden des Landes spitzt sich die Lage zu. Selbst kleinste Funken oder Unachtsamkeit können dort schnell zu gefährlichen Bränden führen.
Höchste Warnstufe in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) erreicht die Waldbrandgefahr am Mittwoch in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Stufe 4. Für Donnerstag wird in einzelnen Regionen wie Kitzingen, Weißenburg, Augsburg und Stuttgart sogar die höchste Stufe 5 erwartet. Auch in ostdeutschen Gebieten, darunter Teile Brandenburgs, Sachsens und Sachsen-Anhalts, wird am Samstag mit Stufe 4 gerechnet. Das sonnige Frühlingswetter birgt damit plötzlich Gefahren für Spaziergänger und Naturliebhaber.
Beobachtungsflüge und Kontrollen
Die Behörden haben reagiert: In Niederbayern wurden von Dienstag bis Freitag, 1. Mai, insgesamt sechs Beobachtungsflüge angeordnet, um auf mögliche Feuer schnell reagieren zu können. Kontrolliert werden Waldgebiete rund um Kelheim, Landshut, Straubing, Deggendorf und Passau bis zur tschechischen und österreichischen Grenze. Auch in Oberbayern, etwa in Starnberg, Landsberg, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau, finden Kontrollflüge statt.
Ursachen der Waldbrandgefahr
Die Gründe sind offensichtlich: Monatelang gab es zu wenig Niederschläge, die Böden sind viel zu trocken, gebietsweise herrscht Dürre-Alarm. „Die Kombination aus trockenen Böden, zunehmender Sonneneinstrahlung und fehlendem Regen lässt die Waldbrandgefahr langsam, aber stetig ansteigen“, warnt Meteorologe Johannes Graf.
Verhaltensregeln im Wald
Die Regierung von Niederbayern appelliert an die Bevölkerung, in Waldgebieten äußerste Vorsicht walten zu lassen und keinesfalls mit offenem Feuer zu hantieren oder zu rauchen. Besondere Warnhinweise gelten auch für Waldbesitzer, Jäger und alle, die mit Waldarbeiten beschäftigt sind: „Bitte kein offenes Feuer im Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 Metern.“
In Lohr am Main (Franken) hat die Stadt bis auf Weiteres jegliches offenes Feuer verboten, einschließlich Lagerfeuer auf privaten Grundstücken. Selbst Grablichter auf Friedhöfen dürfen nicht angezündet werden. Es herrsche höchste Brandgefahr. Erlaubt sind nur Kohle-, Gas- und Elektrogrills.
Aktuelle Brände
Die Lage ist bereits angespannt: Im Landkreis Passau brannte zu Wochenbeginn ein fußballfeldgroßes Waldstück, in Ansbach loderte ein Feuer auf 5000 Quadratmetern Wald. In Rheinland-Pfalz musste nach einem Waldbrand sogar die Autobahn A63 gesperrt werden.
Wann kommt der Regen?
Meteorologin Elisabeth Brunnbauer vom DWD gibt vorerst keine Entwarnung: „Insbesondere in Süddeutschland gab es zuletzt wenig Niederschläge und tagsüber recht hohe Temperaturen, teilweise bis zu 25 Grad am Oberrhein.“ Diese Situation werde sich auch in den kommenden Tagen nicht ändern. Erst ab Sonntag oder Montag sei ein Tief mit Schauern zu erwarten, das sich aber noch abschwächen könnte.



