Karstädt prüft elf mögliche Standorte für Windkraftanlagen
Karstädt prüft elf Windkraftstandorte

Ein möglicher Windpark zwischen Ludwigslust und Karstädt sorgt für Diskussionen. Während sich in Ludwigslust und insbesondere im Ortsteil Techentin Widerstand formiert und eine Unterschriftenaktion läuft, hat die Gemeinde Karstädt einen ersten Schritt in Richtung Planung unternommen. Die Gemeindevertreter stimmten Anfang April mehrheitlich dafür, weitere Untersuchungen in Auftrag zu geben. „Es ist noch nichts beschlossen, wir wollen einfach mögliche Flächen in unserer Gemeinde prüfen lassen“, erklärt Bürgermeister Arnd Baerwinkel.

Bürgermeister sieht keine Alternative zur Windkraft

Das Thema Windkraft ist in Karstädt nicht neu. Bereits vor neun Jahren hatte die damalige Gemeindevertretung der Überprüfung eines Windeignungsgebietes zugestimmt, doch die Verträge liefen aus. Vor etwa zwei Jahren kamen die Projektierer erneut auf die Gemeinde zu. „Ich weiß, dass es verschiedene Meinungen gibt und dass es für viele Bürger sehr emotional ist“, so Baerwinkel. „Ich persönlich befürworte Windenergie, denn ich sehe einfach keine Alternative.“ Der Aufstellungsbeschluss wurde am 9. April gefasst.

Der Auftrag an die Energieallianz MV umfasst nun die Untersuchung des gesamten Gemeindegebiets auf mögliche Standorte für Windkraftanlagen. „Es gibt noch kein festes Gebiet, das werden erst die Untersuchungen zeigen“, sagt Gemeindevertreter Tommy Klein. Es sei jedoch anzunehmen, dass die Anlagen eher auf privaten Flächen als auf Gemeindeland errichtet werden.

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Transparenz und Bürgerbeteiligung im Fokus

Der Gemeinde ist es wichtig, die Bürger transparent in den Prozess einzubeziehen. „Wir sind im engen Austausch mit dem Amt Grabow, um alle Schritte einzuhalten und das Projekt vernünftig vorzubereiten“, betont der Bürgermeister. „Wir wollen keine Unruhe in die Gemeinde bringen, und am Ende soll der Windpark für alle Bürger tragbar sein, sofern er denn kommen sollte.“

Laut der Energieallianz MV sind für Karstädt etwa elf Anlagen im Gespräch, die eine Gesamthöhe von bis zu 250 Metern erreichen würden. Frühestens 2032 könnten sich die Rotoren im möglichen Windpark Karstädt-Techentin drehen.

Sorgen der Bürger ernst nehmen

Die Bürger in Karstädt äußern vor allem Bedenken hinsichtlich Windschatten und Lärm. „Diese Sorgen nehmen wir ernst, aber es gibt auch positive Aspekte, die man kommunizieren muss“, so Tommy Klein. Dank des Bürgerbeteiligungsgesetzes könnten die Karstädter von besseren Strompreisen profitieren. „Außerdem hätten wir eine verlässliche Energiequelle direkt vor Ort“, ergänzt Arnd Baerwinkel.

Sobald konkrete Standorte oder Neuigkeiten vorliegen, will die Gemeinde zu einer Einwohnerversammlung einladen. Damit ist jedoch erst im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres zu rechnen. „Wir stehen noch ganz am Anfang und werden sehen, wohin die Reise führt. Wichtig ist, dass wir als Gemeinde die Planungshoheit behalten“, so Baerwinkel abschließend.

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