Blue Origin Raketenpanne: Satellit in falscher Umlaufbahn gefährdet Artemis Mondprogramm
Raketenpanne bei Blue Origin gefährdet Artemis Mondprogramm

Raketenpanne bei Blue Origin: Satellit in falscher Umlaufbahn gefährdet Artemis Mondprogramm

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat am Montag das Raumfahrtunternehmen Blue Origin des Milliardärs Jeff Bezos angewiesen, eine gründliche Untersuchung der Fehlfunktion seiner New-Glenn-Rakete bei einem missglückten Satellitenstart durchzuführen. Dieser Zwischenfall stellt nicht nur einen Rückschlag für Blue Origin im Wettbewerb mit SpaceX dar, sondern könnte auch die ambitionierten Pläne der NASA für ihr Artemis Mondfahrtprogramm erheblich verzögern.

Fehlstart beim dritten Flug der New Glenn

Der Vorfall ereignete sich am Sonntag beim dritten Flug der riesigen Trägerrakete New Glenn, der gleichzeitig der zweite Start für einen zahlenden Kunden war. Zwar startete die wiederverwendbare Unterstufe der Rakete erfolgreich von Cape Canaveral in Florida und landete sicher wieder auf der Erde. Doch die Oberstufe konnte den Kommunikationssatelliten BlueBird 7 nicht in die vorgesehene Umlaufbahn befördern.

Erste Datenanalysen deuten darauf hin, dass eines der beiden BE-3U-Triebwerke, die die Oberstufe nach der Trennung von der Unterstufe antreiben sollten, nicht genügend Schub erzeugte, um die Zielumlaufbahn zu erreichen. Dies gab Blue-Origin-Chef Dave Limp am Montag in einer offiziellen Stellungnahme auf der Plattform X bekannt.

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Konsequenzen für das Artemis Mondprogramm

Die Auswirkungen dieses Fehlstarts könnten weitreichend sein. Die NASA hat sowohl Blue Origin als auch SpaceX beauftragt, eine Landefähre zu entwickeln, die ab 2028 Astronauten auf den Mond bringen soll. Bereits im kommenden Jahr sind bei der Mission Artemis III wichtige Andockmanöver in Erdnähe geplant, bei denen die Technologie getestet werden muss.

Blue Origin plant noch in diesem Sommer ein kleineres Landegefährt namens Mark 1 auf den Mond zu bringen, um Technologien für die größere Landefähre Mark 2 zu testen, die speziell für das Artemis-Programm vorgesehen ist. Für diesen Testflug muss die New-Glenn-Rakete jedoch erneut starten – was nun durch die FAA-Untersuchung ungewiss geworden ist.

FAA-Untersuchung und zeitliche Verzögerungen

Gemäß der Anweisung der FAA muss Blue Origin eine umfassende Untersuchung des Zwischenfalls durchführen und die Genehmigung der Behörde für den Abschlussbericht sowie alle geplanten Korrekturmaßnahmen einholen, bevor der Betrieb mit der New-Glenn-Rakete wieder aufgenommen werden darf. Experten gehen davon aus, dass dieser Prozess mehrere Monate in Anspruch nehmen könnte.

Der verlorene Satellit BlueBird 7 gehörte zu einem Projekt für ein weltraumgestütztes Mobilfunknetz, das ähnliche Ziele verfolgte wie das Leo-System von Amazon oder die Starlink-Konstellation von SpaceX. Der Satellit trat am Montag wieder in die Erdatmosphäre ein und verglühte vermutlich vollständig über der Erde.

Blue Origin betonte in seiner Stellungnahme, dass man unter Aufsicht der FAA aus den gewonnenen Daten lernen und den Flugbetrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen wolle. Dennoch stellt dieser Rückschlag eine ernsthafte Herausforderung für das Unternehmen dar, das im harten Wettbewerb mit Elon Musks SpaceX steht und gleichzeitig die Erwartungen der NASA erfüllen muss.

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