EU plant mehr Wettbewerb bei KI-Assistenten auf Android
Die Europäische Union will die Vormachtstellung von Google im Bereich der KI-Assistenten auf Android-Smartphones brechen. Schon bald könnten Dienste wie ChatGPT oder Claude tief in das Android-System eingreifen, ähnlich wie Googles eigener Assistent Gemini.
Warum der Kampf um Android entscheidend ist
Künstliche Intelligenz wird auf Smartphones immer wichtiger: Sie beantwortet Fragen, startet Apps und steuert Funktionen. Genau deshalb prüft die EU-Kommission seit Januar 2026, wie eng solche Dienste mit dem Betriebssystem Android verknüpft sein dürfen. Laut einem Bericht zeichnet sich ab, dass Brüssel Google dazu verpflichten will, rivalisierenden KI-Assistenten denselben Zugang zu wichtigen Systemfunktionen zu gewähren wie dem hauseigenen Gemini. Für Nutzer klingt das nach einem Technik-Detail, doch tatsächlich geht es um Macht: Wer Apps öffnen, Befehle ausführen und tief ins System eingreifen darf, wird im Alltag unverzichtbar. Gleichzeitig baut Google sein Ökosystem um und ersetzt den klassischen Assistant zunehmend durch Gemini. Seit März 2026 gewinnt dieser Umbau immer mehr an Tempo. Damit stellt sich die Frage, ob Konkurrenzdienste überhaupt mithalten können, wenn sie nicht denselben Zugriff erhalten.
EU-Pläne und Googles Warnung
Im Rahmen des Digital Markets Act will die EU konkrete Vorgaben machen: Nutzer sollen andere KI-Dienste als Standard festlegen, per Sprache aktivieren und eng mit Apps wie Gmail oder Kalender verknüpfen können. Google hält dagegen und warnt vor Sicherheitsrisiken, falls externe Dienste zu tiefen Zugriff erhalten. Eine endgültige Entscheidung der EU wird spätestens bis zum 27. Juli 2026 erwartet – mit möglichen Folgen für Millionen Android-Nutzer weltweit. Die EU-Kommission betont, dass mehr Wettbewerb Innovation und Wahlfreiheit fördern würde. Google hingegen argumentiert, dass die Sicherheit der Nutzer oberste Priorität habe und ein tiefer Systemzugriff für Dritte Risiken birgt. Es bleibt abzuwarten, wie der Konflikt ausgeht und welche konkreten Auflagen die EU erlassen wird. Sollte Google gezwungen werden, seine Plattform zu öffnen, könnte dies den Markt für KI-Assistenten grundlegend verändern und den Aufstieg neuer Akteure beschleunigen.



