Genforschungspionier Craig Venter mit 79 Jahren gestorben
Genforscher Craig Venter ist tot

Der US-amerikanische Genforschungspionier Craig Venter ist tot. Er starb im Alter von 79 Jahren, wie seine Familie bekannt gab. Venter erlangte Weltruhm, als er im Jahr 2000 gemeinsam mit dem öffentlichen Humangenomprojekt die erste vollständige Entschlüsselung des menschlichen Erbguts präsentierte. Später gelang ihm ein weiterer Meilenstein: die Schaffung des ersten Bakteriums mit einem vollständig künstlichen Erbgut.

Ein Pionier der Genomforschung

Craig Venter wurde am 14. Oktober 1946 in Salt Lake City, Utah, geboren. Nach einem Studium der Biochemie und Physiologie promovierte er an der University of California in San Diego. Bereits in den 1990er Jahren entwickelte er eine Methode zur schnellen Sequenzierung von Genen, die sogenannte Expressed Sequence Tags (ESTs). Diese Technik revolutionierte die Genomforschung und führte zur Gründung seines eigenen Instituts, des J. Craig Venter Institute.

Der Wettlauf um das menschliche Genom

Im Jahr 1998 gründete Venter das Unternehmen Celera Genomics mit dem Ziel, das menschliche Genom schneller und günstiger zu entschlüsseln als das öffentliche Humangenomprojekt. Der Wettlauf endete im Juni 2000 mit einer gemeinsamen Pressekonferenz von US-Präsident Bill Clinton, bei der beide Teams die Fertigstellung der ersten Entwürfe des menschlichen Genoms bekannt gaben. Venters Ansatz, die DNA in kurze Stücke zu zerlegen und dann per Computer zusammenzusetzen, war damals revolutionär.

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Künstliches Leben

Im Jahr 2010 gelang Venter ein weiterer Coup: Sein Team erschuf das erste Bakterium mit einem künstlichen Genom. Die Forscher bauten das Erbgut des Bakteriums Mycoplasma mycoides im Labor nach und setzten es in eine leere Zellhülle ein. Das resultierende Bakterium, genannt „Synthia“, war in der Lage, sich zu vermehren und zu wachsen. Venter bezeichnete dies als den ersten Schritt zur Schaffung künstlichen Lebens.

Venters Arbeiten waren nicht unumstritten. Kritiker warfen ihm vor, die Grenzen der Ethik zu überschreiten und mit seiner Forschung gefährliche Organismen zu erschaffen. Venter selbst sah seine Arbeit als Wegbereiter für neue Medikamente, Biokraftstoffe und umweltfreundliche Chemikalien.

Ein Leben für die Wissenschaft

Neben seiner Forschung engagierte sich Venter auch für die Vermittlung von Wissenschaft an die Öffentlichkeit. Er veröffentlichte mehrere Bücher, darunter seine Autobiografie „A Life Decoded“ (2007). Für seine Leistungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den National Medal of Science (2008) und den Gairdner Foundation International Award (2011).

Craig Venter hinterlässt seine Frau Claire Fraser, eine Mikrobiologin, und mehrere Kinder. Die wissenschaftliche Gemeinschaft würdigt ihn als einen der bedeutendsten Genetiker des 20. und 21. Jahrhunderts. Sein Erbe lebt in den unzähligen Anwendungen der Genomforschung fort, die er maßgeblich vorangetrieben hat.

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