E-Auto-Akku-Reparatur: So einfach geht's in Spezialwerkstätten
E-Auto-Akku-Reparatur: So einfach geht's in Spezialwerkstätten

In Deutschland gibt es nur eine Handvoll Werkstätten, die sich auf die Reparatur von Hochvoltbatterien in Elektroautos spezialisiert haben. Dabei sind die Akkus oft gar nicht komplett defekt – meist sind nur einzelne Zellen ausgefallen. Eine Reparatur wäre dann vergleichsweise einfach und günstig, doch viele Autobesitzer werden stattdessen mit horrenden Kosten für einen kompletten Batterietausch konfrontiert.

Wie eine Reparatur abläuft

In einer dieser Spezialwerkstätten, etwa in Bonn, wird der Akku zunächst aus dem Fahrzeug ausgebaut und geöffnet. Mit einem speziellen Messgerät werden die Spannungen der einzelnen Zellen überprüft. Oft zeigt sich, dass nur eine oder wenige Zellen eine deutlich niedrigere Spannung aufweisen. Diese defekten Zellen werden dann einzeln ersetzt – ein Vorgang, der je nach Fahrzeugmodell einige Stunden bis zu einem Tag dauern kann.

Warum viele Werkstätten die Reparatur nicht anbieten

Der Grund für die geringe Verbreitung solcher Reparaturen liegt vor allem in den hohen Sicherheitsanforderungen. Hochvoltbatterien arbeiten mit Spannungen von mehreren hundert Volt, was spezielle Schulungen und Schutzausrüstung erfordert. Zudem verlangen viele Autohersteller, dass nur zertifizierte Betriebe an den Akkus arbeiten, um Garantieansprüche nicht zu gefährden. Das schreckt viele kleinere Werkstätten ab.

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Kostenersparnis für Verbraucher

Während ein kompletter Akkutausch schnell mehrere tausend Euro kosten kann, schlägt eine Zellenreparatur oft mit nur einem Bruchteil zu Buche. Je nach Aufwand und Ersatzteilpreis liegen die Kosten zwischen 200 und 800 Euro. Hinzu kommt, dass die Lebensdauer des Akkus durch die Reparatur deutlich verlängert wird, was auch der Umwelt zugutekommt.

Zukunft der Akkureparatur

Experten gehen davon aus, dass sich das Angebot an Reparaturwerkstätten in den nächsten Jahren deutlich vergrößern wird. Denn die Zahl der Elektroautos auf deutschen Straßen steigt stetig, und irgendwann werden die ersten Serienfahrzeuge altersbedingte Batterieschäden aufweisen. Auch die Politik hat das Potenzial erkannt: In der aktuellen Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sind strengere Vorgaben zur Reparierbarkeit von Batterien vorgesehen.

Für Autobesitzer lohnt es sich daher, vor einem teuren Austausch gezielt nach einer Spezialwerkstatt zu suchen. Oft kann der Akku wieder instand gesetzt werden – und das zu einem fairen Preis.

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