Prozessauftakt im Mordfall Fabian: Urteil am 2. Juli erwartet
Mordfall Fabian: Prozessstart mit Urteil im Juli

Sechseinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow beginnt an diesem Dienstag um 9.30 Uhr am Landgericht Rostock der Prozess gegen eine tatverdächtige Frau. Der 30-jährigen Beschuldigten aus einem Dorf bei Güstrow wird Mord aus niedrigen Beweggründen zur Last gelegt. Sie soll eine Freundin des Vaters von Fabian gewesen sein, dessen Eltern bereits früher getrennt lebten.

Hintergründe der Tat

Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten vor, den Jungen am 10. Oktober 2025 in Güstrow von der Wohnung der Mutter mit dem Auto abgeholt zu haben, um ihn zu töten. Die Angeklagte wurde Ende 2025 als Tatverdächtige ermittelt und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Für den Prozess vor der Schwurgerichtskammer sind insgesamt 17 Verhandlungstage eingeplant. Die Prozessbeteiligten rechnen mit einem komplexen Indizienprozess.

Zeugen und Sachverständige

Insgesamt sind etwa 60 Zeugen geladen, darunter mehrere Experten wie Rechtsmediziner und ein Brandsachverständiger. Am ersten Verhandlungstag sind laut Informationen des Nordkurier noch keine Zeugen geladen. Die Kammer will zunächst die Anklage verlesen und die Angeklagte sowie ihren Verteidiger fragen, ob sie sich zu den Vorwürfen äußern möchten. Bisher soll die 30-Jährige geschwiegen haben. Ihr Anwalt hatte lediglich erklärt, dass seine Mandantin vom Vorwurf überrascht gewesen sei. Die Mutter des getöteten Jungen wird von einer Nebenklageanwältin vertreten.

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Tathergang laut Anklage

Laut Staatsanwaltschaft Rostock soll die Beschuldigte den Achtjährigen am Morgen des 10. Oktober unter einem Vorwand von dessen Wohnung in Güstrow abgeholt haben. Anschließend sei sie mit dem Jungen im Wagen zu einem Feld in der Nähe von Klein Upahl gefahren. An einem kleinen Wasserloch, einem Soll auf einem Feld, soll die Angeklagte dem Jungen unerwartet sechs Messerstiche versetzt haben. Um den heimtückischen Mord zu verdecken, habe sie den Leichnam mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet.

Entdeckung der Leiche

Vier Tage später wurde die nicht vollständig verbrannte Leiche des Jungen an dem kleinen Wasserteich gefunden. Nach Informationen des Nordkurier soll die Beschuldigte angegeben haben, die Leiche bei einem Spaziergang mit einer Freundin zufällig entdeckt und gemeldet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau deshalb zunächst nicht in Verdacht, nahm sie später jedoch fest. Sie soll sich durch widersprüchliche Aussagen bei der Polizei verdächtig gemacht haben, hieß es.

Festnahme und Untersuchungshaft

Die Fundstelle liegt rund 15 Kilometer von Güstrow und nur wenige Kilometer von Reimershagen entfernt, wo die Verdächtige lebt. Die Tatverdächtige wurde Anfang November, nachdem sich die Ermittlungsergebnisse verdichtet hatten, in Reimershagen verhaftet. Mehrere Versuche des Anwalts, die Tatverdächtige gegen Meldeauflagen aus der Untersuchungshaft freizubekommen, wurden von Richtern abgelehnt.

Öffentliche Anteilnahme

Die bundesweite Anteilnahme am Tod des Jungen war sehr groß. An Trauergottesdiensten beteiligten sich viele Menschen, stellten Kerzen auf und legten Plüschtiere und Erinnerungsstücke nieder. Auch in der ZDF-Fernsehsendung Aktenzeichen XY... ungelöst wurde um Hinweise von Zeugen gebeten. Mit einem Urteil wird bisher am 2. Juli gerechnet.

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